19. September 2008 20:56

600 Mio Euro 

Russen preschen bei der AUA vor

Die S7 will unbedingt bei der AUA landen und bietet mit voller Wucht gegen Lufthansa und Air France. Bis 21. Oktober müssen End-Offerte vorliegen.

Russen preschen bei der AUA vor

Vom krassen Außenseiter wird die russische Airline S7 immer mehr zum Favoriten im Bieterrennen um die Staatsanteile der AUA (42,75%). Die Russen haben einige Trümpfe im Ärmel:

  • Höchstes Gebot. Die S7 soll laut Financial Times Deutschland mit mehr als 600 Mio. Euro das höchste Angebot abgegeben haben. Geld ist kein Problem für S7-Chef Wladislaw Filev – er hat die Gazprombank, eine Tochter des russischen Megakonzerns, hinter sich.
  • Wachstumsstrategie. Geld sei aber ihre einzige Waffe, heißt es bei der S7. Sie ist die größte russische Inlandsfluglinie und will stark expandieren – mit Wien als Drehkreuz für den internationalen Verkehr aus Russland. Bis 3 Mio. zusätzliche Passagiere soll das dem Flughafen Wien jährlich bringen.
  • Jobs für AUA-Technik. Die S7 lässt ihre Flieger derzeit von der Lufthansa warten. Das würden die Russen künftig von der AUA-Technik machen lassen.
  • Lobbying-Power. Im Hintergrund haben sich die Russen prominente Fürsprecher gesichert, die massives Lobbying betreiben. Unter anderem ist das der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder.
  • Österreich-Connection. Auch in Österreich haben sich die Russen klammheimlich ein einflussreiches Netzwerk aufgebaut. Ex-Finanzminister Franz Löschnak legt die Rutsche in die Politik. Raiffeisen-OÖ-Boss Ludwig Scharinger ist ebenfalls an Bord, wie involvierte Kreise bestätigen. Er soll eine zen­trale Rolle für den Aufbau des im Privatisierungsauftrag geforderten Österreich-Konsortiums spielen.

Kauf über Stiftung
Das rechtliche Problem, dass eine EU-Airline die Kontrolle über die AUA haben muss, damit die Lizenz nicht verloren geht, wollen die Russen mit dem Kauf über eine Stiftung lösen – die keinen Eigentümer hat. Um 100 % an der AUA soll es den Russen außerdem nicht gehen.

Das Projekt AUA hat „oberste Priorität“ bei der S7. Die Mitbieter Lufthansa und Air France sind – vor allem finanziell – stark gefordert, um mitzuhalten.




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