10. September 2008 06:57

28 Mio Barrel 

Russland will mit OPEC kooperieren

Die Rohölpreise auf den Weltmärkten sind gesunken - die OPEC reagiert und drosselt die Produktion. Russland strebt eine Kooperation an.

Russland will mit OPEC kooperieren
Russland will mit OPEC kooperieren


Russland will seine Zusammenarbeit mit der Organisation erdölexportiernder Länder (OPEC) ausbauen. Eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) sei dem Ölkartell bereits übermittelt worden, sagte der russische Vizepremierminister Igor Sechin am späten Dienstagabend in Wien. "Die Zusammenarbeit mit der OPEC ist eine der wichtigsten Ziele Russlands", sagte Senchin, der auch Vorsitzender des größten russischen Ölkonzerns Rosneft ist. Analysten brachten die Absichtserklärung mit den Spannungen zwischen dem Westen und Russland über den Georgien-Konflikt in Verbindung´

Ölpreis sinkt
Die Ölpreise sind am Mittwoch unterdessen nach der Kürzung der Ölfördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober kostete im asiatischen Handel 103,66 US-Dollar (73,29 Euro). Das sind 40 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober stieg um 26 Cent auf 100,60 Dollar (71,1 Euro). Am Dienstag war der Brent-Preis erstmals seit fünf Monaten zeitweise unter 100 Dollar gefallen.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte angesichts der zuletzt wieder stark gesunkenen Rohölpreise ihre Förderquoten offiziell auf die Werte vom September 2007 gesenkt. Die Gesamtförderquote ohne den Irak und ohne Indonesien wurde auf 28,8 Millionen Barrel täglich festgesetzt. Dies entspreche einer realen Senkung um rund 520.000 Barrel täglich, erläuterte der amtierende OPEC-Präsident Chakib Khelil am frühen Mittwochmorgen vor Journalisten. Angesichts der "überversorgten Märkte" werde man auf eine strikte Einhaltung der Quoten achten.

Die Entscheidung der Ölminister kam letztlich überraschend. OPEC-Analysten hatten damit gerechnet, dass die Konferenz die Quoten zumindest bis zur nächsten außerordentlichen Sitzung am 17. Dezember in Oran (Algerien) nicht antasten würde.

Treffen in Wien
OPEC-Sprecher Omar Ibrahim sagte nach der Nachtsitzung der 13 Ölminister in Wien, die Organisation sei zu dem Schluss gekommen, dass der internationale Ölmarkt "überversorgt" sei. Die jüngsten, deutlich gesunkenen Ölpreise deuteten zunehmend auf eine "Veränderung des Trends" steigender Ölpreise hin. Zuletzt hatten vor allem Saudi-Arabien und die Emirate deutlich mehr Rohöl gefördert als ihnen nach den gültigen Förderquoten zustand.

Einschließlich des Iraks hatten die 13 OPEC-Mitgliedsländer zuletzt nach Berechnungen von OPEC-Analysten über 32 Millionen Barrel pro Tag produziert. Auch aufgrund der starken Förderung in Saudi-Arabien von rund 600.000 Barrel täglich und sinkender Nachfrage vor allem in den USA war der Preis für Rohöl in den vergangenen Wochen von rund 147 US-Dollar auf knapp 100 US-Dollar am Dienstag gesunken. Unmittelbar nach Bekanntwerden des OPEC-Beschlusses stieg der Preis aber wieder.

Die neue Förderquote von 28,8 Millionen Barrel täglich schließt die neuen OPEC-Mitgliedsländer Ecuador und Angola ein, nicht aber den Irak und Indonesien, das bei der Tagung in der Nacht zum Mittwoch seine Mitgliedschaft in der Organisation bis auf weiteres suspendiert hat. Zuletzt hatte die offizielle Förderquote ohne den Irak bei 29,67 Millionen Barrel gelegen.

Angolaner neuer Präsident
Der angolanische Ölminister Desidério da Graça Verissímo e Costa (74) wird 2009 amtierender Präsident der Konferenz der OPEC-Ölminister. Dies beschlossen die Minister bei ihrer 149 ordentlichen Konferenz am späten Dienstagabend in Wien. Der Minister löst den Algerier Chakib Khelil ab, der die Organisation im laufenden Jahr führte. Stellvertreter des angolanischen Ministers wird sein ecuadorianischer Amtskollege Galo Chiriboga Zambrano.

Foto: (c) dpa




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare