21. November 2009 16:02

Ruth Elsner: 

"Mein Mann schluckt jeden Tag 14 Pillen"

Ruth Elsner im Interview über die Anzeige gegen Bandion-Ortner.

"Mein Mann schluckt jeden Tag 14 Pillen"
© TZ Oesterreich Singer Chris

ÖSTERREICH: Frau Elsner, warum haben sich Ihr Mann und seine Anwälte entschlossen, eine Anzeige gegen die Justizministerin einzubringen?

Ruth Elsner: Mein Mann fragt sich, warum sich weder die Staatsanwaltschaft noch die Richterin dafür interessiert haben, wo die investierten Bawag-Gelder hingekommen sind. Anträge seines Anwalts, diese Frage zu klären, wurden vom Gericht abgewiesen. Weder Ban­dion-Ortner als Richterin, noch Krakow als Staatsanwalt, haben hier im Sinne einer umfassenden Wahrheitsfindung agiert. Was sollte hier verheimlicht werden? Da steht Amtsmissbrauch im Raum. Obwohl Flöttl im Prozess zugegeben hat, für den Verlust der ihm anvertrauten Gelder verantwortlich gewesen zu sein, sind die Opfer und nicht der Täter verurteilt worden.

ÖSTERREICH: Ihr Mann hat eine dreiwöchige Rehab in Althofen hinter sich. Wie geht es ihm gesundheitlich?

Ruth Elsner: Die ausgezeichnete Rehab in Althofen hat natürlich nur eine kurzfristige und minimale Verbesserung des Gesundheitszustandes meines Mannes gebracht. Wenn man von Anfang an weiß, dass man nach wenigen Wochen wieder zurück ins Gefängnis muss, so löst das gewaltigen psychischen Stress aus, der den Kurerfolg fast zunichtemacht. Bereits kurz nach seiner Rückkehr gab es wieder Rückfälle, die Einstellung der Medikamente – ich glaube, es sind inzwischen täglich 14 Stück – erweist sich als sehr schwierig und problematisch. Es haben sich auch neuerdings Nierenprobleme ergeben.

ÖSTERREICH: Haben Sie Angst, dass Ihr Mann in der U-Haft sterben könnte?

Ruth Elsner: Ich habe ständig große Angst um meinen Mann, obwohl ich weiß, dass sich der ärztliche Leiter der Justizanstalt, Herr Prim. Kaiser, sehr bemüht. Aber Herzinfarkt oder Schlaganfall können immer plötzlich kommen. Der Stress einer dreijährigen Untersuchungshaft und zwei schwere Operationen unter Haftbedingungen sind für einen älteren Menschen unbeschreiblich und unerträglich. Ich frage mich, wann die Justiz hier endlich handelt. Wartet man auf eine letale Lösung, um den Akt schließen zu können?




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