16. Dezember 2007 22:49

ÖSTERREICH 

Schengen als Turbo für die heimische Wirtschaft

Wirtschaftsexperten sind sich einig: Als „Tor zum Osten“ wird Österreich von der Grenzöffnung profitieren. Besonders Wien erwartet einen neuen Boom.

Schengen als Turbo für die heimische Wirtschaft
© Kernmayer

Die Grenzöffnung wird laut Experten noch mehr Touristen nach Österreich locken und für die heimischen Unternehmen im Osten wie ein Turbo wirken.

Beispiel Wien
Alleine am vergangenen Einkaufssamstag drängten sich 800 Buse voll mit Shopping-Touristen aus Osteuropa in die Wiener City. „Das bringt für die Wiener Wirtschaft eine große Chance. Schon jetzt kommen in der Adventszeit Tausende Touristen aus den angrenzenden östlichen EU-Staaten. Dieser Strom wird sicherlich weiter zunehmen“, so Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.

Österreich im Plus
Jank glaubt nicht, dass durch die Öffnung der Grenzen gleichzeitig mehr Menschen in den Nachbarländern einkaufen werden. „Eine aktuelle Studie untermauert das: Demnach geben Tschechen, Slowaken und Ungarn in der Hauptstadt pro Jahr insgesamt 405,5 Millionen Euro aus. Österreicher shoppen zwar auch gerne in diesen Ländern, es bleibt unterm Strich aber ein positiver Saldo für die heimische Wirtschaft: Mit der Slowakei beträgt das Plus (trotz der nahen Einkaufszentren in Bratislava) unterm Strich 138,5 Mio. Euro, Ungarn geben in Österreich um 124 Mio. Euro mehr aus als Österreicher in Ungarn, der Saldo mit Tschechien beträgt 49 Mio. Euro.

Doch nicht nur Wien erwartet einen Schub durch Schengen. „Unsere Unternehmen brauchen keine langen Grenzwartezeiten mehr einkalkulieren, ungarische Mitarbeiter kommen schneller zu ihren Arbeitsplätzen und die langen Lkw-Staus an den Grenzübergängen sind Vergangenheit“, prophezeit etwa der burgenländische Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth.

Bessere Infrastruktur
Besonders die verbesserte Infrastruktur zu Städten wie Bratislava wird zusätzlich für einen neuen Boom beim Geschäft mit dem Osten sorgen. „Das ist eine unglaubliche Standortaufwertung“, jubelte die Politik, als Ende November die A 6 zwischen Wien und Bratislava eröffnet wurde.




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