08. November 2007 09:59

Neue Dimension 

Schmiergelder von Siemens betrugen 1,3 Mrd.

Der deutsche Technologiekonzern hat diese Zahlen am Donnerstag veröffentlicht - damit wurde die ursprüngliche Dimension der Schmiergeldaffäre weit gesprengt.

Schmiergelder von Siemens betrugen 1,3 Mrd.
© dpa

Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat eine neue Dimension erreicht. Über alle Bereiche bzw. Abteilungen hinweg sind bei den internen Untersuchungen zweifelhafte Zahlungen in Höhe von gut 1,3 Milliarden Euro entdeckt worden. Das teilte der deutsche Technologieriese am Donnerstag mit. Bislang war der Konzern von deutlich weniger Bestechungsgeldern ausgegangen.

1,3 Mrd. in 7 Jahren
Im Siemens-Schmiergeldskandal sind weit höhere Summen geflossen als bisher eingeräumt. Insgesamt sind im Konzern und seinen Regionalgesellschaften zwischen 2000 und 2006 rund 1,3 Milliarden an dubiosen Zahlungen ausgemacht worden. Davor hatte das Unternehmen eingeräumt, dass in der Sparte Com in diesem Zeitraum rund 449 Millionen Euro an fragwürdigen Transaktionen getätigt worden sind.

Mit den Geldern sind dem Konzern vermutlich im Ausland lukrative Aufträge gesichert worden.

Sache noch nicht ausgestanden
Intern legen die Siemens-Revisoren ein Jahr nach Durchsuchung der Konzernzentrale den Fall nun zu den Akten, die Untersuchungen sind weitgehend abgeschlossen. Die rechtlichen Ermittlungen der US-Kanzlei Debevoise & Plimpton gehen aber weiter.

Siemens hatte für die Zahlungen im Com-Bereich vor kurzem ein Bußgeld von rund 200 Millionen Euro gezahlt. Im Zuge der Affäre hatten der ehemalige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer und Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld ihre Posten räumen müssen.




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