29. September 2008 15:34

Sparmaßnahmen 

Schöps-Chef Al-Wazzan schließt einige Läden

Nach dem vorjährigen Verlust von 13,5 Mio. Euro hat der neue Eigentümer der Textilkette präventiv alle Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet.

Schöps-Chef Al-Wazzan schließt einige Läden
© TZ ÖSTERREICH

Nachdem der österreichische Einzelhandels- und Immobilien-Unternehmer Jamal Al-Wazzan Mitte August die Textilkette Schöps übernommen hat, muss er aus Sparmaßnahmen einige Läden, die nicht funktionieren, dicht machen. In der Fachzeitschrift "Textil" sagt Wazzan: "Da kann man nicht länger zuschauen, ohne die Gesamtheit zu gefährden."

Name Schöps "nicht mehr sanierbar"
Wieviele Geschäfte insgesamt geschlossen werden, ist noch offen. Der Vorbesitzer Arques hat voriges Geschäftsjahr 13,5 Mio. Euro Verlust eingefahren und beim Verkauf weitere 25 Mio. Euro abschreiben müssen. Al-Wazzan hat Mitte August 94 Schöps-Geschäfte und 578 Mitarbeiter von Arques übernommen. Den Namen Schöps hat er nicht gekauft - der sei in den Hauptstädten nicht mehr sanierbar, so Al-Wazzan. In Zukunft seien "massive Spar- und Vorsichtsmaßnahmen" notwendig.

"Kündigungen tun mir in der Seele weh"
Dass es durch die Neustrukturierung der Textilhandelskette zu Kündigungen kommt, ist auch nicht auszuschließen. "Wenn 50 oder 80 Leute keine Arbeit mehr haben, tut mir das in der Seele weh. Aber es ist besser, als ich reiße 600 Leute mit", so der Neo-Besitzer. Oberstes Gebot sei es, so viele der 578 Mitarbeiter unterzubringen wie möglich. Al-Wazzan würde, "wenn es ganz hart ist" versuchen, für die Mitarbeiter einen anderen Arbeitsplatz zu finden: "Dann schaue ich bei meinen ganzen Mietern."

Sicherheitshalber Anmeldung beim AMS
Anfang September hat die Gewerkschaft GPA-DJP für die betroffenen Mitarbeiter einen Sozialplan verlangt. Al-Wazzan hat den Mitarbeitern dann in einer Telefonkonferenz gesagt, dass er sich für jeden einzelnen einsetzen wird, der arbeiten will. "Und wenn ich sage, ich setze mich ein, dann meine ich das auch so." Als Sicherheitsmaßnahme hat der Iraker aber alle Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet.

"Esprit, Street One, Tally Weijl oder sonst was"
Al-Wazzan will die 94 Geschäfte entweder in Franchisegeschäfte umwandeln oder das Geschäft, wenn der Partner nicht als Franchisegeber auftreten will, weitergeben. Die 94 Geschäfte hätten 94 unterschiedliche Verträge. Er werde sich jeden einzelnen anschauen, was er darf und was nicht. Al-Wazzan geht aber davon aus, dass die Schöps AG auch unter einem neuen Eigentümer überall mit Textilien handeln darf. "Wir schreiben halt statt Schöps Esprit, Street One, Tally Weijl oder sonst etwas auf die Fassade", so Al-Wazzan über seine Pläne.

Jamal Al-Wazzan ist im Alter von vier Jahren gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Haythem aus Bagdad nach Österreich gekommen. Ihre geschäftliche Laufbahn haben die beiden als Franchisenehmer von Stefanel begonnen. Zu den Einzelhandelstätigkeiten der Brüder gehören Franchisegeschäfte von Esprit, Tally Weijl, Street One und Cecil sowie eigene Ladenkonzepte wie Jeans Only und Leather Company.




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