10. August 2009 12:33

Kaufanreiz 

"Schrottprämie" für Fahrräder

In Wien kann man bei einem Neukauf und gleichzeitiger Rückgabe eines alten Fahrrades ab sofort 70 Euro lukrieren.

"Schrottprämie" für Fahrräder
© Reuters

Die Stadt Wien vergibt ab heute, Montag, eine Verschrottungsprämie für Fahrräder: Was sich im Autosektor als Renner erwiesen hat, gilt somit auch für Radler. 70 Euro können Prämienanwärter für die Abgabe eines alten Gefährts lukrieren, wenn sie zugleich den Kauf eines neuen nachweisen. Die Alträder werden bei der Aktion allerdings nicht verschrottet, sondern von einem Sozialprojekt runderneuert.

Insofern handle es sich nicht um eine Abwrack-, sondern um eine Ökoprämie, versicherte SPÖ-Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker am Montag in einer Pressekonferenz. Man verbessere mit der Aktion zwar nicht die Schadstoffbilanz wie bei der Auto-Abwrackprämie, aber die Verkehrssicherheit dank neuerer Radtechnik auf den Straßen. Zunächst ist die Aktion auf 500 Räder begrenzt, sie werde aber bei entsprechendem Andrang verlängert - "allerdings auf ewig auch nicht", unterstrich Schicker.

Abgewickelt wird das Projekt über den ARBÖ, bei dem das Rad abgegeben werden muss. Es müsse der Straßenverkehrsordnung entsprechen und der Interessent sich vorher auf einer Internetseite angemeldet haben, erläuterte Geschäftsführer Herbert Hübner die Modalitäten. Diejenigen, die es nicht mehr auf die Liste der 500 schaffen, können sich auf eine Warteliste eintragen und rutschen automatisch nach, sollte ein potenzieller Prämienempfänger nicht innerhalb von sieben Tagen beim ARBÖ auftauchen.

Mindestkaufpreis 140 Euro
Der Interessent muss die höchstens 14 Tage alte Rechnung eines österreichischen Fahrradhändlers für ein Fahrrad vorweisen, das zumindest 140 Euro gekostet hat. Auch müssen Abwracker ihren Ausweis dabeihaben und nachweisen, dass sie einen Wiener Hauptwohnsitz haben. Dann gibt es im Idealfall die Prämie bar auf die Hand. Die Alträder werden von der Fahrradwerkstatt des Resozialisierungsvereins "Neustart" aufbereitet und entweder wieder verkauft, oder an Bedürftige abgegeben, so Geschäftsführerin Susanne Artner-Aigner.

Alles in allem gehe es um mehr Sicherheit auf der Straße, so Schicker, der darauf verwies, dass trotz eines höheren Radverkehrsanteils die Zahl der Unfälle sinke: "Die Unfallzahlen im Radverkehr gingen in Wien in den letzten drei Jahren um 10 Prozent zurück." Und dies obwohl die Wiener mittlerweile 720.000 Kilometer täglich radeln, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag in einer Aussendung berichtete.




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