13. September 2006 16:31

Strafzölle 

Schuhimporteure kritisieren Österreichs Vorschlag

Die europäischen Schuhimporteure sprechen sich gegen Österreichs Vorstoß bei Schuhzöllen aus. Die Einfuhrpreise für Schuhe seien bereits gestiegen.

Schuhimporteure kritisieren Österreichs Vorschlag

Die am Mittwoch veränderte Position Österreichs im EU-Streit um Schuhzölle ruft Unmut bei Importeuren und Händlern hervor. "Der Vorschlag Österreichs, die seit April 2006 verhängten provisorischen Zölle um ein weiteres Jahr zu verlängern und dann erneut zu prüfen, ist völlig unverständlich, ändert im Grunde gar nichts und hätte gravierende negative Folgen für die europäische Schuhindustrie und die Konsumenten", ist der Geschäftsführer des Verbandes der europäischen Schuhimporteure und Händler (F.A.I.R.), Paul Verrips, überzeugt. Bis vor Kurzem war Österreich gegen Schutzzölle aufgetreten.

"Anti-Dumping Zölle haben keinen Effekt"
Die Position Österreichs scheine in direktem Zusammenhang mit der persönlichen Intervention des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi zu stehen, vermutet Verrips. Italien und einige andere südeuropäische Länder hofften durch Anti-Dumping Zölle, einen Teil der fernöstlichen Schuhproduktion wieder nach Europa zurückholen zu können. "Das ist völlig illusorisch", so Verrips. "Die Zölle sind jetzt seit einem halben Jahr in Kraft, es sind keinerlei positive Effekte zu erkennen."

Einfuhrpreise gestiegen
Nachweisbar sei hingegen, dass die Einfuhrpreise für Schuhe bereits in den ersten vier Monaten 2006 um 12 Prozent für China beziehungsweise um 19 Prozent für Schuhimporte aus Vietnam gestiegen sind. "Anti-Dumping Zölle schädigen die europäischen Verbraucher in erheblichem Maße", so Verrips.

Auf heftige Ablehnung beim Verband der europäischen Schuhimporteure stößt insbesondere - die als Kompromiss gedachte - vorläufige Befristung der Maßnahmen auf ein Jahr. Dadurch verlängere sich nur die Unsicherheit. Für den Handel sei Planungssicherheit aber von entscheidender Bedeutung. Wenn jetzt die endgültige Entscheidung um ein weiteres Jahr hinausgezögert wird, seien die zusätzlichen Kosten noch nicht absehbar.

F.A.I.R. vertritt rund 100 Händler
Der Verband Footwear Association of Importers and Retail chains (F.A.I.R.) vertritt die Interessen von mehr als 100 Schuhimporteuren und Einzelhändlern. Hierzu gehören unter anderem Unternehmen wie die österreichische Leder & Schuh, Columbia (Frankreich, USA), Clarks (Großbritannien), Deichmann und Wortmann (beide Deutschland) sowie Skechers (USA), Schoenenreus (Niederlande) und Vivarte (Frankreich). Die genannten Händler repräsentieren rund 50 Prozent des Importvolumens in die EU und beschäftigen insgesamt 90.000 Mitarbeiter.


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