13. Februar 2009 11:23

Fischer & Co 

Ski-Hersteller in der Verlustzone

In der bisherigen Wintersaison haben sich die Verkäufe von Skiern und Snowboards gegenüber dem Vorjahr um etwa 10 Prozent nach unten bewegt.

Ski-Hersteller in der Verlustzone
© APA/Hans Klaus Techt

Der internationale Skimarkt bricht weg, der heimische Handel beklagt deutlich rückläufige Umsätze. Hierzulande kommen jährlich etwa 330.000 bis 350.000 Paar Ski auf den Markt. Bis Ende Dezember sei der mengenmäßige Umsatz in der laufenden Saison um 10 bis 12 Prozent gesunken, bestätigte der Branchensprecher der Skiindustrie und Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer.

Österreichs Marktführer Atomic (mengenmäßiger Marktanteil: 27 Prozent) hielt seine Umsätze 2008 gegenüber dem Jahr davor vorläufigen Zahlen zufolge nahezu unverändert bei rund 150 Mio. Euro. Die Erträge lagen "etwas hinter den Erwartungen", doch die Verluste konnten laut Unternehmenschef Mayrhofer "deutlich reduziert" werden. 2009 soll das Turnaround-Jahr werden. Läuft alles nach Plan, werden heuer positive Zahlen geschrieben. Der Personalstand wurde bereits vor über zwei Jahren um 300 bis 400 Mitarbeiter gekürzt.

Mit deutlichem Abstand hinter Atomic rangieren hierzulande die Hersteller Head und Fischer laut jüngster GfK-Erhebung mit Marktanteilen von jeweils rund 15 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Gemeinsam beherrschen die drei Big Players weit über die Hälfte des österreichischen Marktes.

Head produziert teils im Osten
Head produziert in Kennelbach (Vorarlberg) und Budweis (Tschechien) und steht derzeit am Ende seines Umstrukturierungsprozesses. Die teilweise Verlagerung der Produktion nach Tschechien ist laut Österreich-Chef Bob Koch so gut wie abgeschlossen. "Die Verluste gehen zurück", so Koch. In der laufenden Saison seien Marktanteile dazugewonnen und erneut Zuwächse im Verleih erzielt worden. Genauere Bilanzzahlen würden erst Ende Jänner bekanntgegeben.

Probleme bei Fischer
Bei Fischer rechnet man für das Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende Februar) mit einem Umsatz von 132 Mio. Euro und sieht sich damit "auf Plan". Ziel für das Gesamtjahr sei "keine schwarze Null, sondern ein kleines Minus" gewesen. "Dieses Ziel werden wir auch erreichen", weiß Jan Hein Habes. Schmerzhafte Einschnitte beim Personal gab es in den vergangenen Jahren auch bei Fischer: Aktuell beschäftigt der Skiproduzent 480 Mitarbeiter in Ried im Innkreis (Oberösterreich) und 1.000 in der Ukraine (Mukatschewo) - im Herbst 2006 waren es noch 850, also fast doppelt so viele, in Ried und 1.200 in Mukatschewo.

Besseres Geschäft bei Accessoires
Die Bilanzen der Händler rettete in der Wintersaison der Verkauf von Skihelmen, - brillen, -schuhen und -textilien. Intersport verkaufte heuer um 80 Prozent mehr Helme - nach einem bereits kräftigen Zuwachs von 60 Prozent ein Jahr davor. "Dieser Trend hat vor zwei Jahren begonnen und hat heuer signifikant zugelegt", so Intersport-Sprecher Christian Mann.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |