24. Jänner 2009 20:56

Verkauf schwächelt 

Skifirmen unter Druck

Die Wirtschaftskrise hinterlässt auch bei den Skiherstellern Spuren. Die Kunden kaufen seltener, der Trend geht in Richtung Leih-Schi.

Skifirmen unter Druck
© sxc

Rossignol vor Atomic und Salomon – so lautete das Siegertrio nach Skifirmen bei der gestrigen Abfahrt der Herren in Kitzbühel. Die bisherige Saison dominierte Atomic mit elf Siegen in 22 Rennen und Piloten wie Aksel Lund Svindal, Benni Raich und Michael Walchhofer klar. Rossignol fuhr bisher sechs Siege ein, Fischer, Salomon, Blizzard und Völkl je einen.

Hersteller unter Druck. Die Wirtschaftskrise hinterlässt aber auch schon im Wintersport ihre Spuren. Rossignol stellt die Ski-Produktion für zwei Monate ein und die Head-Aktie ist tief abgestürzt. Atomic sucht zwar 150 Mitarbeiter, aber nur, weil das Schwesterunternehmen Salomon zwei Fabriken geschlossen hat und Atomic die Produktion übernimmt.

„Wir haben noch wie geplant einen guten Winter, spüren aber schon, dass die Händler vorsichtiger ordern und kleinere Mengen bestellen und lieber später noch nachkaufen“, sagt Atomic-Chef Michael Schineis im Gespräch mit ÖSTERREICH. Der Kauf neuer Ski werde derzeit gerne um ein Jahr verschoben, normal seien Zyklen von sechs bis acht Jahren. Bereits im schneearmen Winter 2007/2008 war der Gesamtmarkt um zwanzig Prozent eingebrochen. Für heuer stehen Zahlen noch aus.

Verleih boomt. Parallel zu den gedämpften Verkaufszahlen boomt der Skiverleih. „In der heurigen Saison hat sich der Umsatzzuwachs im Verleihgeschäft per Ende Dezember verdoppelt“, sagt der Unternehmenssprecher von Intersport Austria, Christian Mann.

Selbst im schneearmen Winter der Vorsaison waren die Umsätze um 11 Prozent gestiegen, 2007/08 weise das Rent-Segment per Ende Dezember bereits ein kräftiges Plus von mehr als 22 Prozent aus. Die Mietpreise für ein Paar Ski mit Stöcken variieren – ähnlich wie die Liftkartenpreise – je nach Skiregion. In Mayrhofen im Zillertal sind dafür pro Tag 11 Euro zu bezahlen, in St. Christoph am Arlberg 31 Euro.

Statt Ski boomen im Sportartikelhandel heuer als Folge dramatischer Pistenunfälle die Helme. Teilweise verzeichnen die Ketten eine Verdoppelung des Absatzes, ganze Familien decken sich damit ein.




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