08. Juli 2008 16:18

Umtauschkurs steht 

Slowakei erhält ab 2009 den Euro

Als erstes ehemaliges Ostblockland erhält die Slowakei ab 1. Jänner den Euro. Am Dienstag wurde nun auch der Umrechnungskurs festgelegt.

Slowakei erhält ab 2009 den Euro
© APA

Vom 1. Jänner kommenden Jahres an werden die Slowaken in ihrem Land mit dem Euro zahlen. Nach den EU-Staats- und Regierungschefs billigten nun auch die EU-Finanzminister einstimmig den Beitritt der Slowakei zum gemeinsamen Währungsgebiet mit dann gut 325 Millionen Menschen.

Umtauschkurs festgelegt
Die Ressortchefs legten am Dienstag in Brüssel den offiziellen Umtauschkurs fest: Für 30,126 Kronen gibt es einen Euro. Gegenüber dem bisherigen Leitkurs im Europäischen Wechselkurssystem - dem "Vorzimmer des Euro" - gab es somit keine Veränderung. Die Slowakei ist das erste ehemalige Ostblockland, das seine nationale Währung gegen den Euro tauscht. Der Euro-Club wird dann 16 Länder umfassen.

Auch kritische Stimmen
In Bratislava zeigte sich die politische Spitze zufrieden. Zum Wechselkurs gab es jedoch auch kritische Bemerkungen. Finanz-Staatssekretär Peter Kazimir sagte dem Fernsehsender STV, dass man bis zuletzt wenigstens einen für die Bürger einfacheren "runden Umrechnungskurs" von 1 Euro zu 30 Kronen zu erreichen versucht habe. Dennoch sei das nun erzielte Ergebnis "ein großer europäischer Erfolg der Slowakei". In den vergangenen Jahren hatte die Krone gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen.

"Historisches Ereignis"
"Die Aufnahme der Slowakei ist ein historisches Ereignis", sagte die französische Ressortchefin Christine Lagarde, die bis zum Jahresende die EU-Ministerrunde führt. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wertete die Aufnahme als "positiv". EU-Währungskommissar Joaquín Almunia fügte hinzu: "Die Aufnahme zeigt, dass die Eurozone kein geschlossener Club ist." Weitere Aufnahmen stehen aber in naher Zukunft zunächst nicht an.

Top-Wachstumsrate
Seit Jahren weist die 2004 der EU beigetretene Slowakei eine der höchsten Wachstumsraten der EU auf. Das Land mit rund 5,4 Mio. Einwohnern erzielte allein 2007 eine Wachstumsrate von 10,4 Prozent. Das Staatsdefizit lag im vergangenen Jahr mit 2,2 Prozent deutlich unter der Marke von 3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.

"Der Euro soll uns nun mehr Investoren ins Land holen", sagte der slowakische Finanzminister Ján Pociatek in Brüssel. Almunia zeigte sich sicher, dass die Slowakei "ihre Vorteile aus dem Beitritt ziehen wird". Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bereits im Juni grünes Licht gegeben.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |