16. Februar 2009 14:34

Drama in England 

Soldat erschoss sich - Million bei Madoff verloren

Er hatte sein gesamtes Vermögen bei Betrüger Maddoff angelegt. Jetzt erschoss sich der britische Soldat Foxton.

Soldat erschoss sich - Million bei Madoff verloren
© Reuters

Ein ehemaliger britischer Soldat, der seine gesamten Ersparnisse im Wert von über einer Million Euro bei dem mutmaßlichen Milliardenbetrüger Bernard Madoff verloren hat, hat sich das Leben genommen. Der 65-jährige William Foxton erschoss sich laut Medienberichten vergangene Woche in einem Park in Southampton. Laut "Times" steckte sein Geld in den beiden Fonds "Herald USA" und "Herald Luxembourg". Beide Fonds wurden von der angeschlagenen Wiener Bank Medici emittiert und auch vertrieben.

Gesamtvolumen: 2 Mrd. Dollar
Beim "Herald-Lux" war das kleine Finanzinstitut von Sonja Kohn auch Investment-Manager. Das Gesamtvolumen der beiden Fonds beträgt laut früheren Bank-Angaben über 2 Mrd. Dollar. Die Fonds-Anteile sind hauptsächlich an institutionelle Anleger im Ausland verkauft worden.

Medienberichten zufolge hat Foxton kurz vor seinem Tod entdeckt, dass die beiden Fonds geschlossen wurden und in Madoff investierten.

Arm bei Explosion verloren
Foxton diente bis Mitte der 1970er Jahre in der britischen Armee, 1976 verlor er bei einer Explosion einen Arm. Seit seinem Ausscheiden aus der Armee war er im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich tätig und arbeitete unter anderem im Oman, in Bosnien, im Kosovo. Während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien leitete er eine EU-Mission. Auch für die UNO war er tätig. Vor seinem Pensionsantritt im November hielt es sich in Afghanistan auf, wo er an humanitären Projekten arbeitete.

Foxtons Sohn Willard gab in den Medien der Bankenkrise die Schuld am Suizid seines Vaters. "Sogar die, die für die komplette Vernichtung ihrer Banken gefeuert werden, gehen mit Millionen von Pfund nach Hause", sagte er zu BBC. "Ich will, dass Madoff und andere Involvierte wissen, dass sie das Blut meines Vaters an ihren Händen haben", wurde Willard Foxton laut Reuters im Fernsehen zitiert. "Ich bin sehr böse. Mein erster Gedanke war, bei Madoffs Verhandlung in New York aufzutauchen und ihm die Ehrenabzeichen mein Gesicht zu werfen."

Ende Dezember war Thierry Magon de la Villehuchet, Co-Gründer des Fonds Access International Adivsors, in seinem New Yorker Büro tot aufgefunden worden. Sein Fonds hatte durch den Madoff-Skandal rund 1 Mrd. Euro verloren.




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