31. Jänner 2007 10:39

Euro 2008 

Sonntags-Öffnung durch die Hintertür

Die Fußball-EM macht es möglich: Die Sonntags-Öffnung in Wien kommt. Das IHS prognostiziert eine Wertschöpfung von 375 Mio. Euro.

Sonntags-Öffnung durch die Hintertür
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Was bisher ein Tabu war, wird 2008 - wenn auch vielleicht zeitlich begrenzt - eingeführt. Die Sonnatgs-Öffnung kommt über den Umweg der Fußball-Eurpameisterschaft nach Wien. Der erwartete Geldregen scheint auch bisherige Kritiker zu überzeugen. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) kann sich "im Prinzip vorstellen", im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 erstmals in Wien die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen zu erlauben. Voraussetzung dafür sei allerdings eine Einigung der Sozialpartner, betonte Häupl. Nach Prognosen des Instituts für Höhere Studien (IHS) soll das bisher größte Sportereignis auf österreichischem Boden 375 Mio. Euro an Wertschöpfungseffekten bringen.

Sozialpartner-Einigung
"Wenn sich die Sozialpartner einigen, wo ist eine Tourismuszone in Wien und welche Ladenöffnungszeiten werden da bevorzugt, stehe ich für eine Diskussion gerne zur Verfügung", erklärte der Bürgermeister. Er wolle nicht, dass die Handelsangestellten dadurch Probleme bekämen, daher müsse es eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern geben. "Ich bin so beweglich in der Sache, das ist unglaublich", scherzte Häupl.

Ausdehnung auf ganz Wien möglich
Selbst zur Ausdehnung der Tourismuszone auf ganz Wien, wie sie von Fritz Aichinger, ÖVP-Gemeinderat und Handelsobmann der Wiener Wirtschaftskammer, vorgeschlagen wurde, gab er sich nicht grundsätzlich ablehnend. "Wenn er Hand in Hand mit dem Vorsitzender der GPA zu mir kommt, dann wird das eine ordentliche Diskussion werden", so Häupl.

FPÖ ist dagegen
Ablehnend äußerte sich der Klubobmann der Wiener FPÖ, Eduard Schock. Die Euro 2008 werde als Vorwand genommen, um die generelle Sonntagsöffnung vorzubereiten, warnte er in einer Aussendung. Es sei gerade von der Wiener ÖVP im hohen Maße unanständig, diesen Anschlag auf die Familie durch die Hintertüre verüben zu wollen. Aber auch die Wiener SPÖ falle mit ihrer schleichenden Absetzbewegung vom arbeitsfreien Tag Hunderttausenden Handelsangestellten in den Rücken.

Millioneneffekte durch Fußball-EM
Die heimische Tourismus- und Freizeitindustrie rechnet bereits jetzt mit einem nachhaltigen touristischen "Mehrwert" durch die Fußball-Europameisterschaft 2008. Rund eine Million mehr Übernachtungen erwartet man für diesen Zeitraum. Auch die täglichen Ausgaben der Fußball-Begeisterten beziffert man um die Hälfte höher als die der herkömmlichen Urlauber. Im Vergleich: Ein durchschnittlicher österreichischer Sommer-Tourist hat einen Ausgabenschnitt von rund 106 Euro pro Kopf und Tag.

Acht Milliarden Fernsehzuseher
Große Hoffnungen werden auf den medialen Effekt gesetzt: Geschätzte acht Milliarden Fernsehzuseher werden ihre Augen für den Zeitraum der UEFA Euro 2008 auf österreichische und Schweizer Stadien richten - ein "unbezahlbarer" Werbeeffekt für die heimische Tourismusindustrie. Die Marketingmaßnahmen für die großen Ereignisse stimmt die Österreich Werbung mit den Schweizer Tourismusverantwortlichen ab, heißt es von Seiten der ÖW.

4.000 zusätzliche Jobs
Nach Prognosen des Instituts für Höhere Studien (IHS) soll das bisher größte Sportereignis auf österreichischem Boden 375 Mio. Euro an Wertschöpfungseffekten bringen. Zusätzlich spricht das IHS von Kaufkrafteffekten um die 250 Mio. Euro. Zudem soll die Fußball-Europameisterschaft angeblich für 4.000 zusätzliche Jobs sorgen. Nach Angaben der Österreich Werbung sollen 3.500 Jobs allein im Tourismusbereich entstehen.




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