18. April 2008 19:17

Pleite 

Sozialplan für 240 Novartis-Mitarbeiter in Wien

Der internationale Pharmakonzern Novartis hat sich mit der Gewerkschaft auf einen Sozialplan für die Schließung eines Forschungslabors in Wien geeinigt.

Sozialplan für 240 Novartis-Mitarbeiter in Wien
© Novartis

Betroffen sind davon rund 240 Mitarbeiter. Sie erhalten jetzt eine höhere Abfertigung als gesetzlich vorgesehen und außerdem die Möglichkeit, sich in einer Arbeitsstiftung umschulen zu lassen, sowie eine Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Job, erklärten Novartis und die Gewerkschaft Privatangestellter (GPA) Freitagabend in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus wird der Konzern noch einen Sozialfonds für Härtefälle einrichten und "behinderten Beschäftigten bis zu deren Pensionsantritt finanzielle und soziale Sicherheit bieten".

Monatelange Verhandlungen
Der Pharma-Riese hatte Mitte Dezember angekündigt, dass er die Wien angesiedelte "Novartis Institutes for BioMedical Research" (NIBR) einstellen werde. Die Auflösung des Standorts wurde den Mitarbeitern damals via Video mitgeteilt - was vor Weihnachten für heftige Aufregung sorgte und von Management später mit notwendigen gleichzeitigen Informationen an verschiedenen Novartis-Standorten begründet wurde. Infolge hatten Unternehmen, Betriebsrat und Gewerkschaft über vier Monate verhandelt. Konkurrenten wie Sanochemia waren an einer Übernahme nicht interessiert.

Der Entschluss zur Schließung der Wiener Novartis-Forschung war Teil des im Oktober 2007 im Konzern beschlossenen Restrukturierungsprogramms. Die Forschungsaktivitäten des Bereichs Autoimmunerkrankungen werden jetzt bis Juni 2008 im schweizerischen Basel gebündelt. Dies sei "wissenschaftlich und strategisch erforderlich gesehen", argumentierte Mark Fishman, Präsident des Novartis Institutes for BioMedical Research (NIBR), zuletzt.

Am Freitag sprach er von einem "fairen und umfassenden Sozialplan". "Einer bedeutenden Zahl" von Forschern sei auch der Wechsel nach Basel angeboten worden.

Neuer Forschungsstandort in Wien geplant
Gleichzeitig teilte Novartis am Freitag mit, dass eine neue Forschungs- und Entwicklungseinheit für Topische Dermatologie wird in Wien an einem neuen Standort eingerichtet werde. Wie viele Forscher in diesem Bereich verbleiben, ist noch nicht bekannt. Den Verkauf des bisherigen NIBR-Standorts will der Konzern bis Jahresende abschließen.

Insgesamt beschäftigt Novartis in Österreich in sechs operativen Gesellschaften jetzt etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter und betreibt bei der Sandoz GmbH in Tirol zwei Forschungs- und Produktionsstandorte in Kundl und Schaftenau. Der Umsatz von NOvartis in Österreich lag 2007 bei 1,471 Mrd. Euro. Dabei hat der Konzern 156 Mio. Euro in Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen investiert.




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