30. Oktober 2007 19:00

Weltspartag 

Sparen feiert ein Comeback

Die Österreicher sparen wieder mehr. Die Sparzinsen sind derzeit auch vergleichsweise hoch, Inflation und Steuer schlucken aber einen Teil des Ertrags.

Sparen feiert ein Comeback
© Getty

Wer sich am Weltspartag am Mittwoch in seine Bankfiliale aufmacht (laut BA-CA ist das jeder vierte Österreicher), will sich meist auch über aktuelle Anlagemöglichkeiten informieren. Der Großteil der heimischen Haushalte geht dabei konservativ vor: Sicherheit geht zumeist vor Ertrag.

Sparbuch im Aufwind
Das klassische Sparbuch hat ein echtes Comeback erlebt. Im Jahr 2000 konnten sich gerade einmal 15 Prozent der Österreicher dafür erwärmen. Im Moment sind es 44 Prozent, wie das aktuelle Stimmungsbarometer der GfK-Meinungsforscher zeigt.

Hauptgrund sind die 2007 spürbar gestiegenen Sparzinsen und die offensive Werbepolitik der Banken. Aber auch Affären wie rund um Meinl European Land verunsichern die Anleger.

Gefräßige Inflation
Trotz der lukrativen Zinsen, die aktuell winken, werden die heimischen Sparefrohs über die Inflation weniger begeistert sein. Aktuell rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS mit Teuerungsraten bis 1,9 Prozent für heuer. Im nächsten Jahr wird der hohe Ölpreis die Inflation wohl über zwei Prozent treiben. Ein größerer Teil der Zinsen wird aufgefressen.

Ein Rechenbeispiel: 10.000 Euro über 10 Jahre mit einem Zinssatz von vier Prozent bringen 4.802 Euro Ertrag. Ein Viertel ist als Kapitalertragssteuer fällig. Bleiben also 3.602 Euro. Bei zwei Prozent Inflation ist dieser Betrag in zehn Jahren – gemessen an heutiger Kaufkraft – nur mehr 2.943 Euro wert.

Wachsendes Vermögen
Der Inflation zum Trotz wird kräftig gespart: 191 Euro pro Monat legt jeder Österreicher im Schnitt zur Seite. Der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zufolge wuchs das heimische Geldvermögen im ersten Halbjahr 2007 um 15 Prozent. Im Durchschnitt verfügt jeder Österreicher über 46.300 Euro, jeder Haushalt über knapp 110.000 Euro Geldvermögen, den überwiegenden Teil auf Sparbüchern. Private Altersvorsorge und Sicherheitspolster sind die Hauptmotive.




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