08. November 2007 15:39

Rückruf erfolgt 

Spielzeug aus China enthält Vergewaltigungsdroge

Spuren der Vergewaltigungsdroge GHB wurden in chinesischen Spielsachen gefunden. Fünf Kinder liegen mit Vergiftungen im Spital.

Spielzeug aus China enthält Vergewaltigungsdroge
© Spinmaster

Amerikanische und australische Spielwarenhändler zogen Millionen von chinesischen Spielsachen aus dem Verkehr, nachdem Spuren einer Vorstufe der Vergewaltigungsdroge GHB gefunden wurden. Dies berichtete die "Los Angeles Times" in ihrer Ausgabe vom Mittwoch.

"Aquadots" betroffen
Die Stoffe können sich bei Verschlucken in Gamma-Hydroxybutyrat (GHB) verwandeln und machen willenlos. Das betroffene Spielzeug ist als "Aquadots" und "Bindeez" bekannt. Fünf Kinder mussten Vergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Weiterer Rückschlag für chinesische Hersteller
Trotz der verbesserten Qualitätskontrollen stellt dies einen herben Rückschlag für die in Verruf geratene chinesische Spielzeugindustrie dar. Schließlich wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach giftiges Spielzeug zurückgerufen.

Verantwortung bei importierenden Ländern
Hersteller beider Produkte ist eine Fabrik in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong. Da die Produkte bereits in 40 Länder exportiert wurden, sieht der Hersteller die Verantwortung für den Rückruf bei den jeweiligen Ländern.

Gift macht willenlos
Experten zufolge gilt die Chemikalie als sogenannte Vergewaltigungsdroge. Bei Vergiftung wird man willenlos und kann sich später an nichts mehr erinnern.

Führt zu Bewusstlosigkeit und Krämpfen
Zudem hat GHB eine Reihe von Nebenwirkungen. So kann der Stoff zu Bewusstlosigkeit, Krämpfen und Schläfrigkeit führen. Bei Kleinkindern kann sich das Gift auch tödlich auswirken. Naren Gunja vom australischen Giftinformationszentrum sagte laut "LA Times", dass die Wirkung auf Kinder "ziemlich ernst und möglicherweise lebensbedrohlich" sei.

Zwei Kinder im Koma
In den USA sind zwei Kinder besonders schwer betroffen. Sie haben "Aquadot"-Kügelchen verschluckt und seien ins Koma gefallen, so ein Sprecher der Produktsicherheitskommission. Mittlerweile befinden sich auf dem Weg der Besserung.

Weit verbreitetes Spielzeug
Aquadots werden nicht nur im Spielwarenhandel verkauft, sondern finden ihre Verbreitung auch über Online-Shops im Internet. Sie können als Bausteine für eigene Gebilde genützt werden und schweißen sich zusammen, wenn sie mit Wasser besprüht werden.

Da sie in den USA stark beworben wurden, gelten sie bei Kindern als sehr begehrte Weihnachtsgeschenke in dieser Saison.




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