14. Jänner 2007 10:38

Preissturz bei Öl 

Sprit wird nicht viel billiger

Seit August 2006 ist der Ölpreis um 35 Prozent gesunken, der Benzin-Preis um 17,7 Prozent. Viel billiger soll Treibstoff aber nicht werden.

Sprit wird nicht viel billiger
© dpa/ Patrick Pleul

Was trotz Polit-Diskussionen und Protest der Autofahrer nicht gelingen wollte, hat das warme Wetter jetzt geschafft. Der Rohölpreis kennt seit Wochen nur eine Richtung: nach unten. Alleine in den wenigen Tagen seit Jahresbeginn ist er um 15 Prozent gefallen.

Am Freitag kostete ein Barrel Rohöl bei der OPEC kurzfristig sogar weniger als 50 Dollar, so billig war das schwarze Gold seit 19 Monaten nicht mehr.

Selbst der Streit zwischen Russland und Weißrussland, der vorübergehend zur Schließung einer der wichtigsten Pipelines Richtung Europa führte, konnte den Markt kaum beeindrucken.

In Österreich senkten OMV & Co. die Richtpreise für Sprit um bis zu drei Cent. Eurosuper kostet jetzt (außer auf Autobahnen) großteils knapp unter einem Euro. Diesel liegt im Schnitt bei 93, 7 Cent.

Sprit sinkt weniger stark
Laut Autofahrer-Klubs reicht die Verbilligung aber nicht. „Bei diesem Ölpreis müsste Diesel um vier Cent, Benzin um drei Cent billiger sein“, fordert die ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brugger-Brandau.

Die nackten Zahlen ergeben: Seit dem Höchststand im August 2006 fiel der Ölpreis um knapp 35 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurde Eurosuper um nur 17,7 Prozent billiger.

Da über die Hälfte des Sprit-Preises an den Tankstellen fixe Steuern sind, die der Staat kassiert, geht die Relation eigentlich okay.

Anders sieht es bei Diesel aus. Hier beträgt die Ersparnis nur 13,3 Prozent: ein paar Cent nach unten müssten also drinnen sein.

Dass der Diesel-Preis weniger stark abgesenkt wird, weil die Öl-Konzerne in Österreich viel mehr Diesel als Benzin verkaufen, wird vom ÖAMTC massiv kritisiert.

Ende der Talfahrt?
Die meisten Experten glauben, dass der Ölpreis jetzt nicht viel weiter abstürzen wird. „Entweder es kommt ein Wintereinbruch oder die OPEC reagiert“, prophezeit Ehsan Ul-Haq von der Ölbroker-Firma PVM. OPEC-Präsident Mohammed al-Hamli hat bereits angekündigt, notfalls weniger Erdöl fördern zu lassen, damit der Preis steigt.

Wolfgang Ruttenstorfer, General der OMV, rechnet heuer mit einem Durchschnittspreis von 55 Dollar je Fass. In den nächsten drei bis vier Jahren glaubt der OMV-Boss an einen Preis zwischen 40 und 50 Dollar: „Es wurde zuletzt viel in den technischen Fortschritt bei der Exploration investiert, das wird sich rechnen.“

Die OMV-Aktie stürzte in der Vorwoche um fast vier Prozent ab.




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