26. Oktober 2008 18:35

Bankenhilfspaket 

Staat dürfte bei Kommunalkredit einsteigen

Der Staat könnte die Volksbank AG als Mehrheitsaktionär ablösen, sie wäre die erste Bank die das Bankenhilfspaket in Anspruch nimmt.

Staat dürfte bei Kommunalkredit einsteigen
© Kommunalkredit

In Österreich wird die bisher mehrheitlich zur Volksbank-Gruppe gehörende Kommunalkredit die erste Bank sein, die das staatliche Bankenhilfspaket in Anspruch nehmen wird. Am Sonntag, wurden dazu Gespräche zwischen der Spitze der Kommunalkredit, der Volksbank AG sowie dem Finanzministerium aufgenommen.

Ablöse der Volksbank AG als Mehrheitsaktionär
Wie am Sonntag Abend aus gut informierten Kreisen bekannt gegeben wurde, geht es darum, dass der Staat die Volksbank AG zum Teil oder gar als Mehrheitsaktionär ablösen könnte. Es könnten aber auch über eine Kapitalerhöhung die bestehenden Aktionäre (Volksbank AG und Dexia) verwässert werden.

Die Kommunalkredit als Spezialbank für öffentliche Finanzierungen stehe im internationalen Wettbewerb mit Kommunalfinanzierungsbanken, die entweder schon bisher in maßgeblich öffentlichem Eigentum stehen oder inmitten der eskalierten Finanzkrise erst kürzlich mit Staatshilfe unterstützt wurden.

"Investitionsbank" des Bundes
Mit dem Rating eines staatlichen Eigentümers ist dann im Kerngeschäft die Kreditvergabe billiger. In der Bankengruppe sähe man eine besondere Aufgabe als eine "Investitionsbank" des Bundes. Vor allem mit Blick auf Investitions- und öffentliche Infrastrukturvorhaben in Programmen zur Konjunkturankurbelung.

Die französische Partnerbank Dexia ist vor wenigen Wochen gleich zweimal von den Staaten Frankreich und Belgien vor einer Schieflage bewahrt worden, seither bereits mehrheitlich staatlich. Dexia ist mit etwas mehr als 49 Prozent an der Kommunalkredit beteiligt. Ob Dexia drinbleibt, war am Sonntag Abend noch offen.

Die Kommunalkredit AG (Österreich) hat eine Bilanzsumme von derzeit rund 35 Mrd. Euro. In Österreich beschäftigt sie rund 300 Mitarbeiter, im Ausland (vor allem in Osteuropa über die Tochter DexiaKom) weitere 800 - insgesamt also in Summe 1.100 Leute. Sie betreibt zahlreiche Bankniederlassungen und Repräsentanzen in Osteuropa, hat im Inland aber keine eigenen Filialen.




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