23. September 2007 15:53

Meinl-Affäre 

Staatsanwalt ermittelt gegen Meinl, Grasser und Haider

Die Anklagebehörde hat Vorerhebungen eingeleitet wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs und der Täuschung.

Staatsanwalt ermittelt gegen Meinl, Grasser und Haider
© APA

In der Meinl-Affäre - es geht dabei unter anderem um umstrittene Aktienrückkäufe der Meinl European Land - hat die Staatsanwaltschaft Wien laut Nachrichtenmagazin "profil" sowohl gegen den Banker Julius Meinl als auch gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Ex-Verbund-Chef Hans Haider Vorerhebungen eingeleitet. Der Hintergrund ist ein Verdacht auf Untreue, Betrug und Täuschung - offenbar in Zusammenhang mit dem Börsegang von Meinl International Power. Haider und Grasser sind für die MIP tätig.

Heißes Eisen
Der Akt hat am Wiener Landesgericht höchste Priorität. Er ist dem erst jüngst bestellten Leiter der Wirtschaftsgruppe, Karl Schober, zugewiesen worden. "Wir nehmen die Sache sehr ernst", so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Die Causa ist komplex, und wir haben es mit prominenten Namen zu tun. Es ist noch nicht entschieden, welche Schritte als Nächstes gesetzt werden." Sollten sich die Ankläger aufgrund der Indizien zu Voruntersuchungen durchringen, wäre Meinls Ruf und seine Karriere als Bankier ernsthaft gefährdet, schreibt das Magazin.

"In Österreich kann jeder jeden anzeigen", lässt Julius Meinl laut "profil" ausrichten, "die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage." Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Gutachten von Homepage verschwunden
Meinl European Land soll unerdessen ein Gutachten zur Mündelsicherheit der eigenen Aktien von der Homepage entfernt haben. Es stammt vom Generalrat der Nationalbank Philip Göth, Wirtschaftsprüfer, Gerichtssachverständiger und laut "profil" auch Vertrauter von Bankier Julius Meinl. Der Zweck der Expertise war offenbar die Bescheinigung der Mündelsicherheit von MEL-Papieren. Göth resumiert darin, "dass dem Sachverständigen die Aktien der Meinl European Land zur teilweisen Veranlagung von Mündelgeld als geeignet erscheinen", zitiert "profil" aus dem Gutachten vom November 2006.

Seither haben die MEL-Papiere 38 Prozent an Wert verloren.




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