25. Juni 2008 16:32

Untreue-Verdacht 

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter in Sachen MEL

Gegen die Meinl European Land und Meinl International Power laufen weitere Ermittlungen. Bei der Hauptversammlung soll aber nichts anbrennen.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter in Sachen MEL
© APA

Die voraussichtlichen neuen Eigentümer der Meinl European Land (MEL) erwarten für die für 16. Juli angesetzte außerordentliche Hauptversammlung eine "überwältigende Mehrheit" für die Tagesordnungspunkte, die Voraussetzung für Einstieg von Gazit/CPI sind, schreibt die Online-Finanzzeitung "Börse-Express" in ihrer Ausgabe am Mittwoch. Die "Special Resolutions" der a.o. HV müssen mit einer qualifizierten Mehrheit von zwei Dritteln der berechtigten Stimmen angenommen werden.

Nicht stimmberechtigt
Ungeachtet des demonstrativen Optimismus von CPI/Gazit ist die von dem Konsortium gezeichnete Wandelanleihe bei der a.o. HV beim außerordentlichen Aktionärstreffen selbst noch nicht stimmberechtigt, erklärte ein Sprecher von CPI/Gazit am Mittwoch offiziell: "Die Wandelanleihe kann bei der a.o HV nicht stimmberechtigt sein, da sie ja selbst Teil der zur Abstimmung gelangenden Transaktion ist und somit erst nach der ao HV begeben werden kann." Unmittelbar nach der a.o. HV ist freilich eine ordentliche Hauptversammlung des Unternehmens angesetzt, das dann wahrscheinlich schon "Atrium European Real Estate" heißen wird.

Laut den Unterlagen für außerordentliche HV ("Circular") wird von den Übernehmern auch ein Delisting von der Wiener Börse geprüft.

Keine verpflichtende Übernahem
Nach der neuen Satzung sind CPI/Gazit übrigens auch dann nicht zu einem Übernahmeangebot verpflichtet, wenn sie über mehr als 30 Prozent der Stimmrechte verfügen, streicht der "Börse-Express" ein weiteres Detail heraus. Sollte die Abstimmung nicht die erforderlichen Mehrheiten für den Deal bringen bzw. das Closing des Deals nicht stattfinden, ist die MEL verpflichtet - abhängig von den Umständen - bis zu 35 Mio. Euro an die Investorengruppe zu zahlen

Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen im Meinl-Komplex weitere Ermittlungen aufgenommen. Betroffen seien die Gesellschaften Meinl European Land (MEL) und Meinl International Power (MIP), erklärte Staatsanwalt Gerhard Jarosch am Mittwoch. Details wollte er unter Verweis auf laufende Untersuchungen nicht nennen.

Bereits im September 2007 war in der Causa um Meinl European Land eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Begründet wurde dies damals mit dem Verdacht der Untreue. Im Dezember hat die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen aufgenommen. Auch die Finanzmarktaufsicht ist eingebunden. Im Mai hat der Interessenverband für Anleger (IVA) eine weitere Anzeige eingebracht.




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