16. August 2009 15:38

Sommertourismus 

Starke Einbußen wg. Krise und Hochwasser

Fast in ganz Österreich sind Umsätze und Nächtigungen rückgängig.

Starke Einbußen wg. Krise und Hochwasser
© APA/BARBARA GINDL

Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und das Hochwasser im Juli trüben die Bilanz der heimischen Touristiker in der bisherigen Sommersaison. Die Umsätze und Nächtigungen sind nahezu überall rückläufig, einzig das Burgenland vermeldet bis jetzt positive Ergebnisse. Für die gesamte Saison (Mai bis Oktober) rechnet Tourismus-Obmann Hans Schenner mit einem Umsatzrückgang von 4 Prozent - bei den Nächtigungen traue er sich noch keine Prognose abzugeben. Entscheidender Faktor für den weiteren Verlauf des Sommers sei das Wetter.

Stabile Ergebnisse für Oberösterreich
Für Oberösterreich weist die Statistik für den Mai und den verregneten Juni insgesamt 450.000 Urlauber aus. Damit sind zwar die Ankünfte um 0,7 Prozent gestiegen, während die Zahl der Nächtigungen mit 1,22 Millionen nahezu unverändert blieb. Weil die Gäste enorm preissensibel reagieren und vor allem noch kurzfristiger buchen, plant das Bundesland, noch eine Imagekampagne durchzuführen

Minus 6 Prozent in Kärnten
In Kärnten sind die Nächtigungen im Mai und Juni um 6 Prozent zurückgegangen, sagte Werner Bilgram, Geschäftsführer der Kärnten Werbung. Für die gesamte Saison rechnet er nun mit einem Rückgang um rund 5 Prozent, nachdem er sich vor wenigen Tagen noch deutlich pessimistischer geäußert hatte.

Negative Bilanz in Vorarlberg und Tirol
In Vorarlberg gingen die Ankünfte im Mai und Juni um 2,6 Prozent zurück, bei den Übernachtungen mussten die Tourismusbetriebe einen Rückgang von 4,1 Prozent hinnehmen. Die Juli-Ergebnisse liegen erst in einigen Tagen vor, die Rückmeldungen aus den Betrieben seien aber - auch angesichts des durchwachsenen Wetters - nicht übermäßig negativ, erklärte Christina Fußenegger von der Vorarlberg Tourismus GmbH. Die Tirol Werbung geht aber bereits von einem Minus von 5 Prozent bei den Übernachtungen und einem Umsatzeinbruch von minus 10 Prozent aus.

Einbußen in Salzburg
"Jammern auf hohem Niveau", mit diesen Worten umriss der Bereichsleiter der Salzburger Land Tourismus GmbH, Wolfgang Kuhn, die Stimmung in Salzburg Stadt und Land. Der Tourismusexperte schätzt die Einbußen im "einstelligen Prozentwert" - die Einschätzung des Wifo von rund 7 bis 8 Prozent könnte auch auf Salzburg zutreffen. Im Mai und Juni wurde ein Minus von 8 Prozent bei den Nächtigungen verzeichnet.

Die Niederösterreich-Werbung erwartet für die Sommermonate "ähnliche Nächtigungszahlen wie 2007", wo 2,7 Millionen Nächtigungen gezählt wurden. Im Mai und Juni 2009 wurden insgesamt 1,2 Millionen Nächtigungen verzeichnet, das entsprach einem Minus von etwa 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als "wirklich zufriedenstellend, vor allem auch angesichts der Rahmenbedingungen", bezeichnet Steiermark-Tourismus-Geschäftsführer Georg Bliem die Nachfrage- und Buchungslage in der Steiermark im Sommer. Der Juli habe sich "anfangs zögerlicher gezeigt, sich aber zu guter Letzt gut entwickelt". Lediglich in Graz wird ein "deutlicheres Minus" erwartet.

Plus im Burgenland
Im Burgenland legten die Übernachtungen im Juni um 9,3 Prozent auf 286.635 zu. Der Sommertourismus laufe aufgrund der vielen Kulturveranstaltungen von Kittsee bis Kalch "sehr gut", sagte Tourismusdirektor Gerhard Gucher. Auch das Haydn-Jahr zeige nicht nur im Raum Eisenstadt Wirkung, sondern strahle bis hinunter in den Süden aus. Sollte das Wetter stabil und schön bleiben, sei er vorsichtig optimistisch, dass auch die Monate Juli und August durchwegs gute Zahlen bringen werden. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise spüre man aber im benachbarten Ungarn: Übernachtungen ungarischer Gäste gehen stark zurück, meinte Gucher.

Starker Rückgang im Städtetourismus
Im Städtetourismus waren die Folgen der weltweiten Rezession und der neuen Grippe besonders deutlich: Die Bundeshauptstadt Wien verbuchte im ersten Halbjahr 2009 einen Rückgang von 7,1 Prozent und kam auf 4,3 Millionen Nächtigungen.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare