21. Juli 2008 11:32

Schadensersatz 

Steuersünder wollen Bank Liechtenstein verklagen

Die Liechtenstein-Affäre, die auch ihre Schatten nach Österreich warf, sorgt weiter für Aufregung. Nun wollen Steuersünder die Bank verklagen.

Steuersünder wollen Bank Liechtenstein verklagen
© AP

Mehrere wegen dubioser Geldanlagen in Liechtenstein aufgeflogene deutsche Steuersünder bereiten Schadenersatzklagen gegen die Liechtensteiner Fürstenbank LGT vor. Rund ein Dutzend deutsche Anwaltskanzleien hätten bereits beim Vaduzer Rechtsanwalt und Ex-Justizminister Heinz Frommelt Erkundigungen über die aktuelle Rechtslage im Fürstentum eingeholt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) am Montag unter Berufung auf Frommelt.

Einige der Steuersünder seien "wild entschlossen" zur Klage gegen die LGT, sagte Frommelt demnach. Noch seien die Anwälte aber damit beschäftigt, die Erfolgsaussichten möglicher Schadenersatzprozesse auszuloten und rieten ihren Mandanten noch zur Zurückhaltung.

Mangelnde Information
"Die Frustration über das Verhalten der LGT und in einigen Fällen offenbar sogar die Wut mancher Anleger scheinen sehr groß zu sein", sagte Frommelt. Die Betroffenen würden der Bank des Liechtensteiner Fürstenhauses vorwerfen, sie nicht umgehend über den Diebstahl ihrer Kundendaten durch einen Angestellten der LGT-Tochter LGT Treuhand im Jahr 2002 informiert zu haben.

Ein LGT-Mitarbeiter hatte 2002 in großem Umfang Kundendaten entwendet und sie später dem Bundesnachrichtendienst verkauft. Die Ermittlungen zur Steueraffäre um Stiftungen in Liechtenstein waren im Februar 2008 durch eine Hausdurchsuchung bei Ex-Postchef Klaus Zumwinkel ins Rollen gekommen. Bei der Staatsanwaltschaft Bochum laufen derzeit insgesamt 350 Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche deutsche Steuersünder. Die Einleitung weiterer Verfahren gegen weitere 420 Verdächtige wird noch geprüft. Im ersten Prozess um Steuerhinterziehungen über Privatstiftungen in Liechtenstein war am Ende vergangener Woche ein Immobilienmakler aus Bad Homburg zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 7,5 Mio. Euro verurteilt worden.




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