13. Februar 2008 20:41

Inflation 

Streit um teure Lebensmittel

Zuletzt kletterte die Inflation auf 3,6 Prozent. Schuld daran sollen unter anderem die gestiegenen Lebensmittelpreise sein. Stimmt nicht, sagt der Handel.

Streit um teure Lebensmittel
© Kernmayer

Hohe Wellen schlägt die steigende Inflation in Österreich. Vor allem die Lebensmittelketten geraten zunehmend ins Visier von Politikern und Konsumentenschützern. So forderte die Arbeiterkammer (AK) am Mittwoch Sofortmaßnahmen gegen „die Preisexplosion bei Lebensmitteln“, wie es in einer Aussendung heißt. Während hier die Preise im Vorjahr in der Eurozone um 4,9 Prozent gestiegen sind, wuchsen sie in Österreich um satte 7,5 Prozent. Die Kosten für Milch, Käse und Eier sind laut AK in Österreich im Vorjahr gar um 15,7 Prozent gestiegen.

Spar-Boss Gerhard Drexel kann mit diesen Zahlen wenig anfangen: „ Bei Spar sind die Lebensmittelpreise im Schnitt um nur 2,5 Prozent gestiegen.“

Preis-Monitoring ab Donnerstag
Die Arbeiterkammer fordert jetzt, dass – ähnlich wie beim Benzinpreis – ein systematisches Preis-Monitoring-System aufgebaut wird. Die Wettbewerbskommission startete gestern bereits eine Preisüberwachung bei den großen Ketten. Eine Aktion, die in der Branche auf Verwunderung stößt. Rewe-Boss Frank Hensel: „Den Sinn einer solchen Aktion hat mir bisher niemand erklären können.“

„Weltmarkt ist schuld“
Spar und Rewe, die beiden Marktführer im Lebensmittelhandel, schieben die Schuld für die jüngsten Preiserhöhungen auf den Rohstoffmarkt. So sei zum Beispiel der Preis für Getreide im Vorjahr um 100 Prozent gestiegen. Für Drexel ist der Handel selbst sogar das beste Bollwerk gegen Preiserhöhungen: „Sollte die Industrie uns ungerechtfertigte Preiserhöhungen unterjubeln wollen, wehren wir diese entschieden ab.“

Erwin Buchinger, der zuständige Minister für Konsumentenschutz, will trotz aller Beteuerungen des Handels auf dem Preis-Monitoring beharren: „Der Verein für Konsumenteninformation hat von uns den Auftrag bekommen, die Preise zu beobachten und Auffälligkeiten an die Behörden zu melden.“

Wolfgang Zechner




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