08. Mai 2008 12:35

Infektionsgefahr 

Streptomycin erstmals in Vorarlberg verwendet

Vorarlberger Obstbauern setzten heuer zum ersten Mal Streptomycin ein. Die Infektionsgefahr bleibt wegen dem Warmwetter aber weiter hoch.

Streptomycin erstmals in Vorarlberg verwendet
© DPA

In Vorarlberg ist in insgesamt zwölf Obstbauanlagen das Antibiotikum Streptomycin gegen die Pflanzenseuche Feuerbrand genehmigt worden, in drei Kulturen im Walgau, in Lustenau und Koblach (Bezirk Feldkirch) wurde das Mittel am Dienstag und Mittwoch bereits ausgebracht, so Ulrich Höfert, Obstbau-Experte der Vorarlberger Landwirtschaftskammer (LWK). Die Infektionsgefahr bleibe wegen des Warmwetters weiter hoch.

Infektionsbegünstigende Wetterlage
Bei den meisten Apfel- und Birnensorten war die Blüte bereits beendet, bevor die Temperaturen in Vorarlberg stark anstiegen. In drei Kulturen sei eine Ausbringung daher nicht mehr notwendig gewesen. Hauptfaktor für die Streptomycin-Bewilligung sei die infektionsbegünstigende Wetterlage, problematisch werde es bei Temperaturen über 23 Grad, so Höfert. Laut der derzeitigen Wetterprognose, die weiter steigende Temperaturen erwarten lässt, werde die Infektionsgefahr die gesamte Woche über hoch bleiben. Weitere Streptomycin-Einsätze seien daher kaum zu vermeiden, so Höfert.

Flächenmäßig ist das Antibiotikum in Vorarlberg laut Höfert für rund 25 Hektar Anbaufläche beantragt und genehmigt worden. Auf etwa acht Hektar sei die Blüte ohne Streptomycin-Einsatz abgegangen, dabei habe sich sich hauptsächlich um Birnen gehandelt, die früher blühten als die Apfelbäume. Rund 16,5 Hektar Apfel-Anbaufläche sei jetzt noch feuerbrandgefährdet. Dabei handle es sich um sechs Anlagen im Rheindelta. Hier werde am Donnerstagabend oder am Freitag über einen Streptomycin-Einsatz entschieden, so der Fachmann.

Strenge Auflagen
Die Vorarlberger Auflagen bezüglich des Antibiotikums seien noch strenger als jene des Bundes. So muss das Antibiotikum etwa in der Nacht ausgebracht werden, wenn keine Bienen fliegen. Das soll eine Beeinträchtigungen des Honigs verhindern. "2005 und 2006 gab es keine Rückstände im Honig", betonte der Obstbau-Experte.




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