27. August 2008 19:23

Autos und Pferde 

Stronach kämpft an vielen Fronten

Jobabbau beim Autozulieferer Magna, Verluste bei der Pferdesport-Firma Racino: Frank Stronach hat’s weder mit Autos noch mit Pferden leicht.

Stronach kämpft an vielen Fronten
© Johannes Kernmayer

Magna-Gründer Frank Stronach hat derzeit an mehreren Fronten zu kämpfen. Zum einen leidet sein Autozulieferer Magna International unter der Konjunkturflaute: Weltweit müssen Autobauer die Produktion kürzen, das führt zu Einbußen bei den Zulieferern. So müssen bei Magna Steyr in Graz rund 600 Jobs abgebaut werden.

Noch stärker unter Druck steht Stronach aber mit seinen in der Magna Entertainment Corporation (MEC) gebündelten Pferderennsportaktivitäten, wo er von Schulden und Verlusten nicht herunterkommt.

Neue Aufträge ab 2010
Von einer Kündigungswelle in Graz will Magna -Steyr-Vorstand Günther Apfalter aber nicht sprechen. Wegen geringerer Auftragsvolumina von Kunden wie BMW und Saab müsse man den Mitarbeiterstab jetzt anpassen – 2010 würden aber bereits wieder mehr Leute gebraucht. Denn dann laufen in Graz neue Aufträge an: etwa die Produktion des Aston Martin Rapid und der Porsche-Modelle Boxter und Cayman. Im Raum steht auch ein Auftrag für den Mini-Geländewagen Colorado.

Heuer rollen in Graz wie im Vorjahr etwa 199.000 Fahrzeuge vom Band, künftig sind es laut Branchenschätzungen rund 120.000.

Aktuell werden bei Magna Steyr aber nicht nur Mitarbeiter abgebaut, sondern auch gesucht: Für den Ausbau des Bereichs Entwicklung werden dringend 200 Fachkräfte (Ingenieure) gebraucht, heißt es aus Graz.

Von Schaeffler überholt
Platz drei auf der Weltrangliste der Autozulieferer wird Stronachs Magna nach dem Conti-Deal von Maria-Elisabeth Schaeffler im Falle einer Fusion der beiden Firmen übrigens an die Deutschen abtreten müssen.

„Langer Weg“
Was das Pferdesportunternehmen MEC betrifft, wird Stronach den Plan, bis Jahresende von den Schulden runter zu sein, kaum erfüllen können. Die Firma (besitzt 13 Rennbahnen weltweit und betreibt ein Wettportal) schrieb im Vorjahr 114 Mio. Dollar Verlust, heuer im 1. Halbjahr waren es 67 Mio. Die Nettoverschuldung lag zum Ende des 1. Quartals bei 416,94 Mio. Dollar. Erst letzte Woche mussten Kredite mit August-Fälligkeit bis September verlängert werden. „Wir haben einen langen Weg vor uns“, gab Stronach den Aktionären gegenüber zu.

Racino: weiter Rennen
Zur Schuldentilgung setzt Stronach u. a. auf den Verkauf von Liegenschaften – was wegen der Immobilienkrise weniger bringt als erwartet. Das Grundstück in Ebreichsdorf (NÖ), wo MEC das Magna Racino betrieben hatte, wurde bereits Ende 2007 um 20 Mio. Euro an Magna International verkauft. Der Renn- und Entertainment-Betrieb dort läuft weiter.




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