21. Mai 2009 19:53

Traum wird wahr 

Stronach neue Nr. 1 bei Opel

General Motors hat sich bereits festgelegt: Magna soll bei Opel einsteigen. Jetzt muss sich noch die deutsche Regierung entscheiden.

Stronach neue Nr. 1 bei Opel
© Kernmayer/APA

Frank Stronachs Traum, endlich eine eigene Automarke zu besitzen, könnte schon bald in Erfüllung gehen: Im Kampf um Opel liegt Frank Stronachs Magna-Konzern mit seinem Angebot in Führung – zumindest aus Sicht der amerikanischen Opel-Mutter General Motors (GM). Nach Informationen des Spiegel liegt Konkurrent Fiat sogar nur auf Platz drei. Der US-Finanzinvestor Ripplewood, den bislang niemand auf der Rechnung hatte, liegt in der Gunst von GM auf dem zweiten Platz.

Milliarden-Garantien
Eine endgültige Entscheidung ist das aber nicht, denn die deutsche Bundesregierung hat eine gewichtige Stimme. Alle drei Opel-Interessenten wollen laut Bild Staatsgarantien in Milliardenhöhe. Fiat will bis zu sieben Milliarden Euro, Magna und Ripplewood rund fünf Milliarden, so die Zeitung.

Koch: Magna Favorit
Hessens Ministerpräsident Roland Koch sieht im Angebot des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna die besten Perspektiven für den deutschen Autobauer Opel. Es gebe eine "deutliche" Reihenfolge bei den drei vorgelegten Geboten, sagte Koch am Freitag dem "Deutschlandfunk". Das Magna-Angebot sei "am nächsten an den Wünschen". Der italienische Autobauer Fiat sei mit seinen Plänen weit entfernt von dem, was man sich erhofft habe. Die Chancen für eine Opel-Rettung seien deutlich gestiegen, fügte Koch hinzu. Er sei optimistisch, dass eine Vereinbarung mit den USA über eine Brückenfinanzierung für Opel erreicht werden könne.

Keine Überraschung
Dass GM in seinem Bieter-Ranking Magna an erster Stelle hat, ist für viele Beobachter nicht wirklich überraschend. Denn GM will weiter Anteile an seinen europäischen Töchtern Opel und Vauxhall (die gemeinsam zum Verkauf stehen) halten und mit ihnen zusammenarbeiten.

Käme nun Fiat zum Zug, könnte das für GM fatale Folgen haben. Denn der der italienische Autobauer schmiedet gerade eine Allianz mit dem GM-Konkurrenten Chrysler. Die beiden könnten am Ende nur mäßiges Interesse haben, GM an den technologischen Entwicklungen von Opel mitnaschen zu lassen.

Magna braucht GM
Magna hingegen ist an einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit GM höchst interessiert. Schließlich ist der US-Hersteller der größte Kunde des Kfz-Zulieferkonzerns Magna. Und selbst wenn GM Insolvenz anmelden sollte, bleibt ein großer Teil der GM-Produktion bestehen. Magna hat also vitales Interesse an General Motors.

Darüber hinaus bietet der austrokanadische Konzern Opel möglicherweise auch mehr Perspektiven. Bei Magna im Kampf um den deutschen Autohersteller mit an Bord ist der russische Hersteller Gaz, der vom Oligarchen Oleg Deripaska kontrolliert wird. Gemeinsam soll der russische Markt bearbeitet werden. Der ist derzeit zwar stark rückläufig, sollte sich aber bald zum wichtigsten europäischen Automarkt entwickeln.

Entlassungen
Im Falle Fiats fürchtet die Opel-Belegschaft hingegen Werksschließungen und Massenentlassungen. Einschnitte werden sich wohl auch nicht vermeiden lassen, wenn Magna einsteigt. Sie dürften aber weit weniger schmerzhaft ausfallen.




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