25. Juni 2008 18:02

Geldhahn zugedreht 

Strumpfhersteller Ergee droht der Konkurs

Der niederösterreichische Strumpfhersteller Ergee ist akut vom Konkurs bedroht. Die Banken drehten den Geldhahn zu,

Strumpfhersteller Ergee droht der Konkurs
© Ergee

In Niederösterreich könnte bald der nächste Konkursfall bevorstehen. Wie der "Kurier" in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, ist das Traditionsunternehmen Ergee mit Sitz in Schrems/Waldviertel akut von der Insolvenz bedroht. Schon kommende Woche könnte es einen Konkursantrag geben.

Liquiditätsengpass
"Wir haben einen akuten Liquiditätsengpass bei der Vorfinanzierung der Herbst/Winter-Kollektion, wir kämpfen mit den Banken noch um eine Lösung", wird Ergee-Geschäftsführer Klaus Müller zitiert. Sollte es keine Einigung geben, "werden wir wohl Konkurs anmelden müssen". Von der Pleite wären 474 Mitarbeiter, 178 davon in Schrems, betroffen.

Erzeugung nach Tschechien verlagert
Ergee steckt seit längerem in der Krise. Vor zehn Jahren arbeiteten in Schrems noch 400 Mitarbeiter in der Fertigung, nach und nach wurde gedrosselt. Anfang 2008 wurde im Zuge eines Sanierungskurses die Strumpferzeugung dann zur Gänze von Niederösterreich nach Tschechien verlagert, 45 Mitarbeiter mussten gehen.

Unverständnis für Banken
Laut Geschäftsführer würden die Umstrukturierungen auch bereits greifen und die Auftragsbücher seien voll. Daher sei es nicht verständlich, warum die Banken "ausgerechnet jetzt den Geldhahn zudrehen". Die nötigen Summen beziffert er mit 3 bis 4 Mio. Euro. Die Banken arbeiten an einem Fortführungskonzept für Ergee.

Angeblich soll es Interessenten aus China für den niederösterreichischen Strumpferzeuger geben.

44,5 Mio. Euro
Ergee wurde 1901 im deutschen Gelenau gegründet und ließ sich in den 1960er Jahren in Österreich nieder. Seit 2001 ist die Ergee Textilgruppe Gmbh im Eigentum der deutschen Vatter-Gruppe, einem großen deutschen Strumpferzeuger. 2007 setzte Ergee 44,5 Mio. Euro um




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