31. August 2008 19:55

Harter Kurs 

TA-Boss baut Festnetzgeschäft um

Bis 2011 sollen 2.500 Beamte den Konzern verlassen. Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic drängt auf die Gründung einer Beamtenagentur.

TA-Boss baut Festnetzgeschäft um
© APA

Ab 1. September ist Telekom Austria (TA)-Boss Boris Nemsic im Konzern auch direkt für das Festnetz verantwortlich. Bislang wurde dieser Bereich von TA-Vostand Rudolf Fischer geleitet – er hat aber vor wenigen Wochen freiwillig sein Rücktritt ankündigt und ist nun nur mehr TA-Konsulent. Fischer gab offen zu, dass er den Festnetzbereich nach den Umbauarbeiten in den vergangenen Jahren nicht noch einmal restrukturieren wolle.Dass beim Festnetz erheblicher Handlungsbedarf besteht, steht innerhalb des Konzerns außer Diskussion. Jetzt macht Nemsic den Job höchstpersönlich.

Harter Kurs
Bis 2011 sollen rund 2.500 der rund 9.500 Festnetz-Mitarbeiter abgebaut werden, die Investitionen in das Festnetz werden entgegen den ursprünglichen Plänen heruntergefahren. Der Grund für die sinkenden Erträge in diesem Bereich ist der Erfolg der wichtigsten TA-Säule Mobilfunk. Immer mehr Festnetzanschlüsse werden abgemeldet, auch im Datenverkehr läuft immer mehr mobil.

Beamtenagentur
Alleine bis Ende 2009 sollen die Personalkosten um 90 Millionen reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen 1.500 Leute gehen. Da es sich vor allem um unkündbare Beamte handelt, setzt die TA einerseits auf Sozialpläne, zum anderen will sie die sogenannte Beamtenagentur, die bei der Staatsholding ÖIAG (sie hält 27,4 Prozent der TA-Anteile) angesiedelt sein soll. In einem ersten Schritt werden schon im Dezember rund 500 Beamten nicht mehr im Unternehmen beschäftigt. Sie werden zwar weiter bezahlt, verlieren aber ihre Zulagen. In der Beamtenagentur sollen (wenn sie tatsächlich kommt) TA-Mitarbeiter umgeschult und weitervermittelt werden. Die TA will rund 400 Millionen Euro in die Agentur einzahlen, die ÖIAG selbst müsste ebenfalls einen stattlichen Beitrag beisteuern. Im Gegenzug wäre damit eine Wertsteigerung ihrer TA-Anteile verbunden, wird argumentiert.

Partnersuche
Eine Lösung bei den überzähligen Beamten würde auch die Partnersuche für die TA erleichtern. Das Zusammengehen mit einem anderen Telekom-Unternehmen mache strategisch Sinn, heißt es in Konzernkreisen. Gedacht werde an Partner, mit denen man „auf Augenhöhe“ verhandeln könne. Derzeit soll es etwa wieder intensivere Beziehungen zur Swisscom geben. Schon einmal war mit der Swisscom über eine Fusion verhandelt worden, sie ist aber in letzter Sekunde gescheitert.




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