31. Oktober 2007 10:01

Preise ziehen an 

Tanken wird Luxus

Österreichs Autofahrer müssen erneut tiefer in die Tasche greifen. Die OMV erhöhte gestern den Richtpreis für Diesel und Benzin um zwei Cent.

Tanken wird Luxus
© APA

Das zweite „verlängerte Wochenende“ und die zweite Preiserhöhung in Serie. Das ist die bittere Wahrheit, der sich die heimischen Autofahrer derzeit stellen müssen. Nachdem bereits in der Vor­woche der Preis für Benzin und Diesel erhöht worden waren, drehen die Mineralölkonzerne rechtzeitig zum „Allerseelen-Wochenende“ erneut an der Preisschraube. Bereits gestern Mittag erreichte der durchschnittliche Preis für einen Liter Diesel den absoluten Rekordwert von 1,10 Euro. Benzin kletterte im Schnitt auf 1,18 Euro und hat damit den Allzeit-Rekord von 1,22 im Visier. Wohlgemerkt sind das Durchschnittspreise. Bei vielen Autobahnraststätten wurden gestern bereits bis zu 1,20 Euro für den Liter Diesel verlangt.

OMV zieht Preise an
Doch damit nicht genug. Gestern Abend folgte nämlich bereits die nächste Hiobsbotschaft: Die OMV gab bekannt, den Richtpreis für Diesel und Benzin noch einmal um zwei Cent pro Liter zu erhöhen. OMV-Sprecher Thomas Huemer: „Die Produktenpreise in Rotterdam haben stark angezogen, und unser Mitbewerb hat bereits am Montag die Zapfsäulenpreise angehoben. Wir haben es so lange wie möglich hinausgezögert, aber jetzt mussten wir reagieren.“

Spekulanten schuld?
ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz ist über die erneute Preiserhöhung verärgert: „Diesel, das ja technisch gesehen Heizöl ist, steigt immer zu Beginn der kalten Jahreszeit. Dennoch ist die erneute Erhöhung rätselhaft, denn so sehr ist der Preis an den internationalen Rohstoffbörsen auch nicht gestiegen.“

Noch schlimmer ist für die ARBÖ-Sprecherin die Situation bei Benzin: „Dass Benzin in Rotterdam zu derart hohen Preisen gehandelt wird, ist völlig unverständlich.“ Ninz will die Schuld aber nicht ausschließlich auf die Mineralölkonzerne abwälzen: „Offenbar versuchen Hedge Fonds die Preise am internationalen Spot-Markt in Rottderdam künstlich hochzutreiben, um sich eine goldene Nase zu verdienen.“ Selbst der starke Euro könne derzeit die massiven Dollar-Erhöhungen bei Benzin und Diesel nicht mehr abfedern.

Auch für die Zukunft will die ARBÖ-Sprecherin keine Entwarnung geben: „Die Preise könnten noch weiter steigen. Leidtragender ist freilich einmal mehr der heimische Autofahrer: Er wird erneut ganz ordentlich zur Kasse gebeten.

Ölpreis legt derzeit wilden Zickzack-Kurs hin
Beim Ölpreis jagte zuletzt ein Rekord den nächsten. Nachdem das „schwarze Gold“ erst vor wenigen Tagen die 90-Dollar-Marke geknackt hatte, kostet US-Öl jetzt mehr als 92 Dollar. Am Montag war der Preis vorübergehend sogar auf 93,80 Dollar geklettert bevor er gestern wieder leicht nachgab. Auch der Preis für Brent-Öl stieg zuletzt stark: Das für Europa wichtige Nordseeöl erreichte kurzfristig 90 Cent, fiel gestern aber wieder auf 89,42 Dollar pro Barrel ab.

Experten führen die Kursschwankungen auf die labile geopolitische Situation vor allem zwischen der Türkei und den kurdischen PKK-Rebellen zurück. Zudem sind die Lagerbestände in den USA zuletzt überraschend stark gesunken. In China wurde aufgrund der hohen Preise sogar das Diesel rationiert. Zudem heizte die Sorge über eine erhöhte Nachfrage angesichts des bevorstehenden Winters auf der Nordhalbkugel die Nachfrage weltweit an.




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