01. März 2009 10:04

Urteil 

"Tele2" wegen irreführender Werbung verurteilt

Die Blickfangwerbung von "Tele2" ist in zweiter Instanz als irreführend verboten worden.

"Tele2" wegen irreführender Werbung verurteilt
© APA/BARBARA GINDL

Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hat das Urteil des Handelsgerichts Wien gegen den Mobilfunkanbieter "Tele 2" bestätigt, wonach dessen Blickfangwerbung als irreführend verboten worden war. Auf die Auswirkungen einer Taktung 90/60 muss laut Urteil deutlich hingewiesen werden. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte das Verfahren im Auftrag der AK geführt.

"Champion" beworben
"Tele2" bewarb seinen Tarif "Champion" mit blickfangartigen Werbesprüchen wie "Nur 1 Cent netz-intern" oder "Nur 8 Cent in alle Netze". Der Tarif wurde aber nach einer Taktung 90/60 abgerechnet, daher bekam der Konsument für die erste angefangene Gesprächsminute jedenfalls den Preis für 90 Sekunden in Rechnung gestellt und bezahlte erst für jede weitere angefangene Gesprächsminute den Minutenpreis.

Minutenpreis falsch
Der beworbene Minutenpreis traf laut Urteilsbegründung somit niemals zu, da selbst bei Kurztelefonaten mindestens eineinhalb bzw. zwölf Cent anfielen. In der Werbung wurde dieser Umstand allerdings nicht erwähnt. "Lediglich in den Tiefen der Tele2-Website bzw. im Kleingedruckten wurde auf die Taktung 90/60 hingewiesen", hieß es im Urteil.

Taktung gut sichtbar
Laut dem Berufungsgericht muss detailliert und gut sichtbar auf die Taktung hingewiesen werden - und zwar direkt in Zusammenhang mit der Werbeaussage. Nur so könne der Verbraucher sich bei seiner Kaufentscheidung darüber im Klaren sein. Der inzwischen geänderte Text auf der "Tele2"-Homepage "Mindestverrechnung 90 Sekunden, danach jeweils 60 Sekunden" genügt laut OLG nicht.

"Tele2" reagiert
Der Festnetz- und Internetanbieter betont, dass sich das Urteil auf den bereits seit langem abgegebenen Mobilfunkbereich bezog und auf das Jahr 2006 zurück geht. Die vom Oberlandesgericht kritisierte Taktung gebe es ohnehin im Tele2-Festnetzangebot nicht, so das Unternehmen.




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