08. Juli 2008 15:45

Breitband 

Telekom teilweise aus Sektorregulierung entlassen

In gewissen Gegenden wäre eine Reguliermaßnahme am Markt überflüssig, weshalb die Telekom teilweise aus dieser entlassen wird.

Telekom teilweise aus Sektorregulierung entlassen
© APA

Das kündigte der Geschäftsführer Telekom-Regulierungsbehörde RTR, Georg Serentschy, am Dienstag an. In bestimmten geografischen Gegenden - vor allem in und um große Städte wie etwa Wien oder Salzburg - sei ein Wettbewerbsniveau erreicht worden, dass Regulierungsmaßnahmen überflüssig mache. Die Rücknahme der Regulierung soll mit 1. Jänner 2009 in Kraft treten.

Freigabe der Ballungsräume
Die Freigabe der Ballungsräume war notwendig geworden, da die Telekom in diesen Gebieten über einen Marktanteil von 27 Prozent verfüge, während ihr Marktanteil in den ländlichen Gebieten 75 Prozent ausmache, sagte Serentschy. Österreichweit verfügte die TA im Vorjahr über einen Marktanteil von 47 Prozent.

Durch die Entscheidung der RTR sei es der Telekom nun möglich, "maßgeschneiderte Produkte anzubieten", sagte ein Unternehmenssprecher zur APA. Künftig kann die Telekom in den Ballungsräumen andere Pakete auf den Markt bringen als in den ländlichen Gebieten.

Erhöhte Beobachtung des Marktes
Die Deregulierung werde allerdings durch eine erhöhte Beobachtung des Marktes und des Verhaltens der dort Tätigen begleitet, erklärte Serentschy. Daher habe die Telekom-Control-Kommission (TKK) der Telekom Austria in den ländlichen Gebieten umfassende Verpflichtungen auferlegt.

Zu diesen gehören etwa eine Netzzugangsverpflichtung, die Verpflichtung zur Nichtdiskriminierung der Mitbewerber inklusive der Verpflichtung zur Legung eines Standardangebots. Des weiteren wurde die Telekom von der TKK zu einer getrennten Buchhaltung verpflichtet. In den Ballungsräumen, wo die TA durch mindestens zwei Mitwerber einem funktionierenden Wettbewerb ausgesetzt ist, wurde lediglich die Verpflichtung zur getrennten Buchhaltung auferlegt. Mit dieser Bestimmung soll eine Quersubventionierung vermieden werden, sagte Serentschy. Die Verpflichtung der TA zur bundesweiten Entbündelung bleibe unverändert bestehen.

Verstärkter Wettbewerb
In den Gebieten, die von der Deregulierung betroffen sind, liegen laut RTR 47 Prozent der heimischen Haushalte. Eine unmittelbare Auswirkung der Deregulierung für die Privatkunden sieht Serentschy aber nicht. Der RTR-Geschäftsführer sieht hingegen verstärkten Wettbewerb am Breitbandmarkt.

Dass die Preise der TA in den Ballungsräumen in Zukunft billiger als in den ländlichen Gebieten werden, glaubt Serentschy nicht. Die Telekom hätte bisher auch die Möglichkeit gehabt, in dünner besiedelten Gebieten höhere Preise zu verlangen, und habe es nicht getan.

Interesse am "Wholesale-Geschäft
Die TKK geht auch davon aus, dass die TA das bestehende Vorleistungsangebot zum Zugang zu ihrer Infrastruktur in den Ballungsräumen nicht vom Markt nehmen werde. Dies wurde auch von der TA bestätigt. Die Telekom habe "weiterhin großes Interesse" am "Wholesale-Geschäft", bekräftige der Unternehmenssprecher.




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