30. Oktober 2009 08:51

Ende mit Schrecken 

Totales Aus für Quelle

Das Versandhaus steht vor der "Insolvenz in der Insolvenz".

Totales Aus für Quelle
© APA

Die letzten Lieferanten des vor der Abwicklung stehenden deutschen Versandhauses Quelle drohen leer auszugehen. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg prüft, beim Amtsgericht die sogenannte Masseunzulänglichkeit für Quelle zu beantragen. "Das ist eine vom Gesetzgeber vorgesehene Maßnahme zur Liquidierung eines Unternehmens", bestätigte Görgs Sprecher am Donnerstagabend. "Das muss auch diskutiert werden." Bei der auch als "Insolvenz in der Insolvenz" bekannten Masseunzulänglichkeit werden Lieferanten, die nach Eröffnung der Insolvenz Waren geliefert haben, mit den Gläubigern aus der Zeit vor der Zahlungsunfähigkeit gleichgestellt und nicht mehr bevorzugt.

Ausverkauf beginnt Anfang November
Die Notwendigkeit dieser Maßnahme hänge vom Verlauf des Ausverkaufs ab, der Anfang November bei Quelle beginnen soll, sagte der Sprecher. Vorsorglich seien die Lieferanten in einem Brief auf einen möglichen Liquiditätsengpass hingewiesen worden. In dem Schreiben, aus dem auch die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag-Ausgabe) zitierte, heißt es, Quelle könne zwei Gutachten zufolge "absehbar in eine sehr kritische Liquiditätssituation geraten". Daher werde "geprüft, ob die laufenden Bestellungen bezahlt werden können". Wird den Lieferanten dadurch die Lage zu unsicher, können sie ihre Ware auch wieder bei Quelle abholen.

Bankenkreisen zufolge hatte Görg kürzlich noch erklärt, Quelle habe mehr als ausreichend Geld für die Abwicklung des Ausverkaufs von 18 Millionen Waren. Insolvenzverwalter haften mit ihrem Privatvermögen für die von ihnen betreuten Firmen.

Görgs Sprecher wies allerdings einen Zusammenhang zwischen einer möglichen Geldknappheit und der Einstellung der Vorfinanzierung von Ratenkrediten an Quelle-Kunden durch die Valovis Bank, die Commerzbank und die BayernLB am 19. Oktober zurück, von dem die Zeitung berichtet hatte. Davon sei in dem Brief nichts erwähnt, betonte er. Beim Ausverkauf soll ein Zahlungsziel von 14 Tagen gelten. Damit verliert das sogenannte "Factoring" an Bedeutung. Bisher konnten Quelle-Kunden die Rechnung über bis zu 18 Monate abstottern.




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