05. Jänner 2007 14:55

Autoindustrie 

Toyota wird neue Nummer eins

Die großen US-Auto-Hersteller stecken in der Krise. Vorbild für alle ist derzeit Toyota: 2007 werden die Japaner weltweite Nummer eins.

Toyota wird neue Nummer eins
© (C) Reuters

Das Mekka der US-Autoindustrie rüstet sich fürs Jubiläum - doch zum 100. Geburtstag der Autoshow in Detroit (7.- 21. Jänner) dürften nur wenige Branchengrößen in Partystimmung sein. Der größte Automarkt der Welt steht mitten in einem Abschwung, die US- Autobauer stecken in einer massiven Krise.

Die anhaltende Rabattschlacht und der schwache Dollar dürften 2007 auch die deutschen Autobauer treffen. Angesichts der andauernd hohen Ölpreise stehen in Detroit verbrauchsarme Autos im Mittelpunkt. "Detroit 2007 wird so etwas wie das Schaulaufen der alternativen Antriebe", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Toyota punktet mit Hybrid-Motoren
Vorbild für alle ist derzeit Toyota: Die Asiaten werden aus Sicht von Experten in diesem Jahr General Motors (GM) als größten Autobauer der Welt überholen. In den USA punktet Toyota auch mit Hybrid-Motoren - einer Mischung aus konventionellem Verbrennungs- und Elektromotor. Die Deutschen setzen dagegen hauptsächlich auf den Dieselantrieb.

Während in Europa inzwischen mehr als 50 Prozent der Autos mit Dieselmotor verkauft werden, sind es in den USA nicht einmal zwei Prozent. Mercedes, Audi und Volkswagen wollen gemeinsam die so genannte Bluetec-Technologie populär machen. BMW will dagegen eigene Wege gehen. Autoexperte Dudenhöffer traut dem Diesel in den USA bis 2015 einen Marktanteil von 15 Prozent zu, dem Hybrid-Motor 20 Prozent.

"Big-Three" mit Problemen
Die amerikanischen Autokonzerne haben im vergangenen Jahr auf ihrem Heimatmarkt ihre Position nicht verbessern können. Dagegen wiesen die deutschen Konkurrenten steigende Absatzzahlen auf. Der weltweit größte Autohersteller General Motors (GM) setzte 2006 mit 4,1 Millionen Fahrzeugen neun Prozent weniger ab als im Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Detroit mit. Der Absatz der DaimlerChrysler-Tochter Chrysler sank in den USA um sieben Prozent auf 2,142 Millionen Fahrzeuge. Ford verkaufte im vergangenen Jahr mit 2,9 Millionen Fahrzeugen acht Prozent weniger als 2005.

Hohe Benzinpreise stärken Japaner
Als wichtigster Grund für die Einbußen der US-Hersteller gilt eine verfehlte Modellpolitik. Infolge der stark gestiegenen Benzinpreise entscheiden sich immer mehr US-Verbraucher für Fahrzeuge mit einem geringeren Verbrauch. Toyota steigerte den Verkauf auf dem US-Markt zwischen Januar und Dezember um 13 Prozent auf 2,54 Millionen.

Hybridantrieb ist Motor der Zukunft
Unter Autokäufern weltweit gelten der Hybridantrieb sowie Wasserstoff-Brennstoffzelle als Motoren der Zukunft. Das geht aus einer Befragung von 3.500 Autokäufern in Deutschland, den USA, Frankreich, Großbritannien, Indien und China hervor, die das Nürnberger Marktforschungsinstitut Puls kurz vor Beginn der Autoshow in Detroit am Freitag in Hamburg veröffentlichte.

Wenn Autokäufer einen bestimmten Motor für zukunftsfähig halten, "werden sie auch Hersteller bevorzugen, die in diesem Bereich als führend gelten." Beim Hybridmotor ist das der japanische Toyota-Konzern.




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