11. September 2008 18:39

Nähmaschinen 

Traditionsbetrieb Pfaff ist pleite

Die Sanierung ist gescheitert. Die potenziellen Investoren ließen die Gespräche platzen.

Traditionsbetrieb Pfaff ist pleite

Die Münchener Beteiligungsfirma GCI Management hat den Industriemaschinenhersteller Pfaff in die Pleite geschickt. Die Verhandlungen über eine Rettung des deutschen Traditionsunternehmens sind am Donnerstag gescheitert. Während sich die Gläubiger, die Arbeitnehmervertreter und die Geschäftsführung über einen Sanierungsplan einig gewesen seien, hätten die Investoren die Gespräche platzen lassen.

Zu hohes Risiko
Die Gläubiger hätten sich bereiterklärt, auf mehr als 20 Mio. Euro an Forderungen zu verzichten. Das schwierige Marktumfeld, der hohe Kapitalbedarf und die Sanierungssituation führten dazu, dass die Investoren sich von dem Engagement zurückzogen. Das Sanierungskonzept hätte vorgesehen, die Angebotspalette radikal zu durchforsten, eine neue Produktfamilie auf den Markt zu bringen und den Bereich Schweißmaschinen auszubauen.

400 Arbeitsplätze
In Kaiserslautern arbeiteten zuletzt noch rund 400 Menschen am Stammsitz. Einst waren es mehrere tausend Beschäftigte. Die Billigkonkurrenz aus Asien hat der Traditionsmarke immer schwerer zugesetzt. Auch eine massive Schrumpfkur, die Aufgabe des Geschäfts mit Haushaltsnähmaschinen vor Jahren und der damit verbundene Neuanfang konnten den Zerfall letztlich nicht aufhalten.

Pfaff gehört mehrheitlich GCI Management, dessen Aktie am Donnerstag um knapp zwölf Prozent auf 0,82 Euro einbrach. Die Pfaff-Papiere verloren im Freiverkehr fast 40 Prozent an Wert. GCI hatte vergeblich versucht, seine Anteile rechtzeitig abzustoßen. Die Beteiligung ist inzwischen abgeschrieben, die Pleite hat keine Auswirkungen auf die Bilanz mehr. Der Kollaps von Pfaff ist die zweite Pleite einer GCI-Tochter binnen acht Tagen. In der vergangenen Woche hatte bereits der Autozulieferer Wilisch & Sohn mit 480 Mitarbeitern Gläubigerschutz beantragt.

GCI sieht sich selbst durch die Insolvenzen nicht gefährdet. Das Unternehmen hat diese Stellungnahme zumindest im Internet veröffentlicht. Das Management selbst ist seit Tagen nicht zu erreichen.




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