06. August 2009 17:23

South Stream 

Türkisch-russische Gaspipeline geplant

Mit dem Abkommen zur Energie-Kooperation entsteht ein Konkurrent für die Nabucco-Leitung.

Türkisch-russische Gaspipeline geplant
© EPA

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben am Donnerstag eine Zusammenarbeit im Energiesektor besiegelt, die vor allem die Gas-Pipeline South Stream betrifft. Das Abkommen zwischen der Türkei und Russland wurde bei einem eintägigen Besuch Putins in Ankara unterzeichnet. Die Pipeline soll im Schwarzen Meer über türkisches Territorium verlaufen. An der Zeremonie zur Unterzeichnung des Abkommens nahm auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi teil. Der italienische Energiekonzern ENI arbeitet mit dem russischen Gasriesen Gazprom bei South-Stream zusammen.

Gaspipeline
In dem am Donnerstag unterzeichneten Abkommen geht es um Erkundungsarbeiten zur Leitung der Gaspipeline durch das Schwarze Meer. Der Start der Bauarbeiten ist laut Presseberichten für das kommende Jahr geplant. South Stream soll unter Umgehung der Ukraine Gas aus Russland nach Westen pumpen. Während des russisch-ukrainischen Gaskonflikts zu Beginn des Jahres hatte die Ukraine den Transit von russischem Erdgas nach Europa für mehr als zwei Wochen blockiert.

South Stream
South Stream steht in Konkurrenz zur geplanten Nabucco-Leitung der Europäischen Union. Daran ist die OMV federführend beteiligt. Mit Nabucco soll Gas von Zentralasien unter Umgehung Russlands nach Europa gebracht werden. Die EU verspricht sich von der Nabucco-Leitung vom Kaspischen Meer über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich mehr Unabhängigkeit von ihrem größten Erdgaslieferanten Russland.

Bei den Konsultationen in Ankara sollte es auch um das erste türkische Atomkraftwerk (AKW) gehen. Russland bewirbt sich um den Bau von vier Reaktorblöcken in Akkuyu rund 350 Kilometer östlich der Touristenmetropole Antalya. Die etwa 15,5 Milliarden Euro teure Anlage könnte 2020 fertig sein. Es wäre das erste AKW der Türkei. Gegner protestierten am Rande von Putins Besuch gegen das Projekt.




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