14. Juli 2008 09:06

Fannie und Freddie 

US-Regierung hilft Riesenbanken

Der Staat bietet Fannie Mae und Freddie Mac höhere Kredite und den Ankauf von Aktien an, damit der US-Immobilienmarkt nicht komplett kollabiert.

US-Regierung hilft Riesenbanken
© AP

In den USA haben Regierung und Notenbank umfangreiche Maßnahmen zur Rettung der angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angekündigt. Staat und Fed vergeben höhere Kredite und kaufen Aktien, falls das von den staatlich geförderten Unternehmen benötigt wird.

Kredite und Aktienkauf
Zu den Hilfsmaßnahmen gehört eine zeitweise Anhebung des Kreditrahmens, den beide Unternehmen beim Finanzministerium haben und der derzeit bei jeweils 2,25 Milliarden Dollar (1,42 Mrd. Euro) liegt. Zudem wird das Ministerium vorübergehend zum Kauf von Aktien der beiden Baufinanzierer autorisiert. Die Pläne bedürften noch der Zustimmung des Kongresses.

Geld von der Fed
Die Notenbank Fed will ihr Diskontfenster für beide Unternehmen öffnen und ihnen damit für eine Notfall-Finanzspritze Kredite zu dem aktuellen Diskontsatz von 2,25 Prozent anbieten. Weiters soll die Fed eine "beratende Rolle" in einem neuen Entscheidungsrahmen wahrnehmen, der ebenfalls noch vom Kongress und beiden betroffenen Banken beschlossen werden muss.

Ausstand von gut 3 Mrd
Freddie Mac und Fannie Mae haben Schuldverschreibungen von insgesamt über fünf Billionen Dollar (3.158 Mrd. Euro) in den Büchern, was gut einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts entspricht. Das ist zugleich rund die Hälfte der in den USA ausstehenden Hypotheken. Bei einer Pleite würde ein völliger Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil die beiden Firmen den Markt nach dem Rückzug vieler Banken fast allein am Laufen halten.

Desaster an der Börse
Die Aktien von Freddie Mac hatten am Freitag zu Börsenauftakt an der New Yorker Wall Street 45,6 Prozent verloren, die Papiere von Fannie Mae gaben um 38,6 Prozent nach. Seit Anfang des Jahres haben Freddie Mac-Aktien 87 Prozent an Wert verloren, Fannie Mae büßte um bis zu 80 Prozent ein.

IndyMac crasht
Überhaupt hatte die US-Kreditkrise am Freitag einen neuen dramatischen Höhepunkt erreicht. Mit der US-Hypotheken- und Bausparbank IndyMac brach einer der größten Immobilienfinanzierer des Landes zusammen. Nach dem Ansturm besorgter Kunden auf ihr Geld musste die US-Einlagensicherungsbehörde (FDIC) die Kontrolle über die Bank übernehmen. Den Behörden zufolge handelt es sich um den zweitgrößten Banken-Crash in der Geschichte der USA und den größten seit dem verschärften Ausbruch der Finanzmarktkrise vor einem Jahr.




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