23. Mai 2008 08:10

Morgenland erobern 

Uniqa bringt schariakonforme Versicherungen

Die Uniqa startet im Sommer in der Golfregion mit „islamischen“ Polizzen. Scheich Al Qassemi und Uniqa-Boss Klien haben ein Joint-Venture gegründet.

Uniqa bringt schariakonforme Versicherungen
© Uniqa/Artinger

Die Uniqa-Versicherung expandiert mit islamkonformen Produkten in den arabischen Raum. „Das ist ein enormer Wachstumsmarkt, wo wir uns als erstes europäisches Versicherungsunternehmen einen Startvorteil sichern wollen“, sagt Uniqa-Boss Konstantin Klien. „Für uns ist das der neue Osten.“

Joint Venture mit Scheich
Für den Markteintritt hat die Uniqa im März in einem Joint Venture mit Scheich Faisal Al Qassemi, einem Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Sharjah, und der lokalen Al Buhaira-Versicherung die Gesellschaft Takaful Al-Emarat gegründet. Das Unternehmen ist in Dubai angesiedelt und wird Kranken- und Lebensversicherungen anbieten.

Schariakonforme Polizzen
Im Islam gelten für Versicherungs- und Bankprodukte eigene Regeln. Der Fachausdruck für schariakonforme Versicherungen lautet Takaful. Die Versicherten zahlen in einen Fonds ein, veranlagt wird das Geld nach islamischen Prinzipien – also nicht in Zinspapiere oder Unternehmen, die mit Alkohol oder Glücksspiel zu tun haben. Risiken und Gewinn werden geteilt.

Gutes Geschäft
„Takaful-Versicherungen haben riesiges Potenzial“, betonen Klien und Scheich Al Qassemi. Immerhin gebe es aktuell rund 1,2 Mrd. Moslems weltweit. Das Prämienvolumen lag 2005 bei rund 2,5 Mrd. Dollar. Bei jährlichen Steigerungsraten von 20% wird ein Anstieg auf 15 Mrd. Dollar in den nächsten 10 Jahren erwartet.

Start im Sommer
Operativ startet die Takaful Al-Emarat im Sommer mit Krankenversicherungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Wir expandieren aber auch in andere Länder wie Saudi-Arabien, Indonesien, Pakistan oder Ägypten“, so Scheich Al Qassemi. Auch in Osteuropa sollen Takaful-Polizzen angeboten werden. „Wir hatten schon Anfragen von der Uniqa-Tochter in Bosnien“, sagt Klien.

Tageskliniken in Osteuropa
In den osteuropäischen Ländern will Klien die Erfolgsstory der Uniqa-Lebensversicherungen nun mit der privaten Krankenversicherung fortsetzen. Hier wird die Uniqa mit Tageskliniken vor allem für Diagnostik auch selbst zum Gesundheitsanbieter. „Es geht darum, Qualitätsstandards zu setzen“, sagt Klien. Gestartet werden die Polikliniken in Uniqa-eigenen Immobilien in den Hauptstädten, die erste ist in Budapest geplant.




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