23. Dezember 2008 10:39

Konsumflaute 

Weihnachtsgeschäft in den USA wurde Debakel

Trotz Rabatt-Schlachten blieben die Einkaufszentren in den USA leer. Es war das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit 40 Jahren.

Weihnachtsgeschäft in den USA wurde Debakel
© Reuters

In den USA läuft das Weihnachtsgeschäft nicht gut. Das schlechteste Ergebnis seit vier Jahrzehnten droht, geht aus verschiedenen Untersuchungen des Einzelhandelsumsatzes in der Vorweihnachtszeit hervor. Schuld sind die wirtschaftliche Lage nach einem Jahr Rezession, verschärften Kreditbedingungen und dem Abbau von Arbeitsplätzen, aber auch das schlechte Wetter mit Schneestürmen und Eisregen am letzten Einkaufssamstag, das viele Spätentschlossene noch vom Shoppen abgehalten haben dürfte.

Rabatte von bis zu 70 Prozent
Dabei hat sich der Einzelhandel mit Rabatten von 60 bis 70 Prozent sehr um den Umsatz bemüht. Damit konnten zwar Kunden, die zuletzt noch auf der Suche waren, zu höheren Ausgaben motiviert werden. Wer aber den Einkauf für das große Fest bereits abgeschlossen hatte, wurde dadurch auch nicht mehr in die Geschäfte gelockt, sagt Britt Beemer von der America's Research Group. Aber auch im Online-Handel war kein Boom zu verzeichnen: Im Netz wurden 24,03 Mrd. Dollar (17,2 Mrd. Euro) ausgegeben, um 1 Prozent weniger als im Vorjahr, erhob comScore Inc.

Kein Erfolg durch verlängerte Öffnungszeiten
Auch die verlängerten Öffnungszeiten haben nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Und in Kombination mit den Rabatten werden die Gewinne der Händler gedrückt. Die Weihnachtsumsätze dürften um 2,8 Prozent fallen, was den ersten Rückgang seit einem Vierteljahrhundert bedeuten würde. Auch der International Council of Shopping Centers geht davon aus, dass die Verkäufe im November und Dezember zusammen um bis zu 1 Prozent fallen werden - das wäre der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1969.

Der letzte Samstag vor Weihnachten ("Super Saturday") ist üblicherweise der im Einzelhandelsumsatz zweitstärkste Tag des Jahres, nach dem Freitag nach Thanksgiving ("Black Friday"), der heuer auf den 28. November fiel. Da aber zuletzt nur aggressive Rabatte den Umsatz hochtrieben, werden die Profite sinken, stellte auch Wedbush Morgan Securities fest. Im Anschluss an die Feiertagsangebote werde es im Jänner und Februar schwer werden, Umsätze zu generieren.

Konsumenten hätten nun aufgrund der Preisnachlässe zugeschlagen, aber nur mehr 32 Prozent wollen nach Weihnachten weiter einkaufen - üblicherweise planen dies 58 Prozent der Konsumenten. Das werde dadurch verstärkt, dass heuer weniger Gutscheine verschenkt wurden.

Die schwierige Situation schlug sich auch an der Börse nieder: Die Werte im Standard & Poor's Einzelhandelsindex fielen am Montag um 4,2 Prozent - und damit stärker als der Gesamtmarkt.




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