06. Oktober 2008 08:56

Frankfurt 

Weltweiter Kurssturz an den Börsen

An den internationalen Börsen ging die Talfahrt am Montag weiter, der Dow Jones fiel auf unter 10.000 Punkte, der ATX verlor über 8 Prozent.

Weltweiter Kurssturz an den Börsen
© Reuters, AP

Die Finanzkrise sorgte am Montag erneut für ein Kursgemetzel an allen wichtigen europäischen Aktienmärkten. Die größten Abschläge mussten die Börsen in Amsterdam (minus 9,14 Prozent), Paris (minus 9,04 Prozent) und Mailand (minus 8,24 Prozent) hinnehmen.

Kursrutsch trotz Rettungspakete
"Wir sehen Panik an allen Märkten", berichtete ein Händler. Große Sorgen über eine bevorstehende übergreifende Rezession belasteten die Stimmung, nachdem sich die Finanzkrise auch in Europa weiter verschärft hat. In Luxemburg beraten inzwischen die Finanzminister Europas über eine Zusammenarbeit, um die Krise in den Griff zu bekommen. Dass alle 27 EU-Staaten im eigenen Land Maßnahmen ergreifen wollen, um die Stabilität des jeweiligen Bankensystems zu gewährleisten, half den Aktienmärkten nicht.

Stärkster Kursrutsch seit 1987 beim Euro-Stoxx-600
Im Euro-Stoxx-600 zeigte sich ein bedrückendes Bild. Der Index legte mit einem Minus von 7,59 Prozent den stärksten Kursrutsch seit 1987 hin. Bester Sektor waren die Pharmawerte mit einem Abschlag von 3,99 Prozent. Telekomaktien folgten als zweite "Sieger" mit Abschlägen von durchschnittlich 4,55 Prozent. Die Rohstoffhersteller brachen als schwächste Branche um 12,90 Prozent ein und die Technologieaktien um 9,76 Prozent.

Talfahrt an Wiener Börse
Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt am Montag beschleunigt. Der ATX fiel um 231,42 Punkte oder 8,22 Prozent auf 2.585,13 Einheiten und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2005. Der Wiener Aktienindex schrammte damit erneut an einem historischen Minus vorbei. Den bisher größten Tagesverlust von 8,33 Prozent gab es am 28. Oktober 1997. Die tatsächliche Entwicklung des ATX lag rund 105 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.690 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -4,19 Prozent, DAX/Frankfurt -7,07 Prozent, FTSE/London -6,49 Prozent und CAC-40/Paris -9,03 Prozent.

Panik an US-Börsen
Sorgen über einen Abschwung der Weltwirtschaft haben am Montag zeitweise für panikartige Stimmung an den US-Börsen geführt. Zeitweise brach der Leitindex Dow um 800 Punkte ein. Von einer Erleichterung über die Verabschiedung des Rettungsplans für die US-Finanzbranche war nichts zu spüren. Vielmehr standen Befürchtungen über eine bevorstehende übergreifende Rezession im Vordergrund, nachdem sich die Finanzkrise auch in Europa weiter verschärft hatte. Die Talfahrt der vergangenen Woche wurde daher mit unvermindertem Tempo wieder aufgenommen.

Banken stark unter Druck
Kräftig nach unten ging es Montag angesichts der Finanzkrise erneut mit den Bankschwergewichten. Erste Group büßten 14,73 Prozent auf 32,82 Euro ein (2.069,595 gehandelte Stück). Raiffeisen International verloren 14,30 Prozent auf 45,25 Euro (726.808 Stück). Auch andere ATX-Schwergewichte ließen stark nach. So verloren voestalpine 11,48 Prozent auf 17,74 Euro (1.557.238 Stück). OMV konnten sich hingegen bis Handelsende knapp ins Plus vorarbeiten und schlossen 0,47 Prozent fester bei 28,08 Euro (1.306.024 Stück).

Strabag-Aktie fiel
Kräftig nach unten ging es am Montag mit Strabag. Die Aktie fiel um 14,37 Prozent auf 21,28 Euro (426.691 Stück) und damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Vorjahr. Händlern zufolge dürfte die Aktie angesichts der gestiegenen Risikoaversion der Investoren unter dem Russland-Engagement leiden.

Die Meldung über den Ausstieg des Strabag-Investors Oleg Deripaska beim Autozulieferer Magna hatte zudem Händlern zufolge Spekulationen über einen möglichen Strabag-Ausstieg geschürt. Die Holding-Gesellschaft Basic Element des russischen Milliardärs Deripaska will zwar nach Angaben von Montag auch in Zukunft Kernaktionär der Strabag bleiben. In Marktkreisen wird ein möglicher Ausstieg angesichts des fallenden Strabag-Kurses aber weiter für möglich gehalten.

Immoeast verloren fast 20 Prozent
Starke Verluste sahen am Montag auch einige Immobilienwerte. So fielen Immofinanz um 20,08 Prozent auf 1,95 Euro (3.988.644 Stück). Immoeast verloren 19,91 Prozent auf 1,81 Euro (2.929.874 Stück). Der Vorstandsvorsitzende von Immofinanz und Immoeast, Karl Petrikovics, ist laut einer Meldung von Montag ab sofort zurückgetreten und aus den Vorständen der beiden Gesellschaften ausgeschieden.

Der Börse-Tag zum Nachlesen auf der nächsten Seite!

Die Entwicklung an den internationalen Börsen hier zum Nachlesen:

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22:18 Uhr: Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag angesichts der Sorgen um das Ausmaß der Finanzkrise mit deutlichen Kursabschlägen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index fiel 369,88 Einheiten oder 3,58 Prozent auf 9.955,50 Zähler. Dabei waren die Verluste im Verlauf beträchtlich größer und der Dow Jones verzeichnete zeitweise sogar einen Einbruch von mehr als sieben Prozent oder 800 Punkte. Erst im Späthandel konnte ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt werden, der Leitindex überschritt zu Handelsschluss die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten jedoch nicht mehr.

20:53 Uhr: Belastet von den anhaltenden Sorgen um das Ausmaß der Finanzkrise und die Schwäche der US-Konjunktur setzte der Dow-Jones-Index im Verlauf seine Kurstalfahrt fort. Zeitweise notierte der Leitindex mit einem Minus von 7,54 Prozent oder 778,55 Punkte bei 9.546,83 Einheiten. Der Dow Jones war im Frühhandel erstmals seit Oktober 2004 unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten gefallen und konnte die Verluste im Verlauf nicht mehr ausgleichen.

19:21 Uhr: Der Londoner Aktienmarkt ist am Montag massiv gefallen. Der FT-SE-100 Index schloss bei 4.589,19 Punkten und einem Minus von 391,06 Einheiten oder 7,85 Prozent. Unter den im Leitindex gelisteten Titeln gab es nur Verlierer. Auch die Börse in London konnte sich den Abschlägen an den internationalen Aktienmärkten nicht verschließen. Am stärksten erwischte es wie im Rest von Europa neben den Finanzaktien vor allem die Minenwerte. Kazakhmys waren schwächster Wert mit minus 26,17 Prozent auf 416,75 Pence. Xstrata gaben um 19,16 Prozent auf 1.359,00 Pence nach und Anglo American um 15,21 Prozent auf 1.511 Pence.

19:16 Uhr: Die Zürcher Aktienbörse hat am Montag den Handel mit äußerst schwacher Tendenz beendet. Der SPI schloss die Sitzung mit 5.369,22 Punkten und einem Abschlag von 332,72 Zählern oder 5,84 Prozent. Der SMI verringerte sich um 421,1 Punkte (minus 6,12 Prozent) auf 6.458,72 Einheiten. Die internationalen Aktienbörsen haben einen schwarzen Wochenstart erlebt und sind phasenweise regelrecht abgestürzt. In diesem Umfeld geriet auch der Schweizer Aktienmarkt böse unter die Räder und verlor phasenweise über 7 Prozent.

18:26 Uhr: Der von der Wiener Börse ermittelte CECE-Index (CEX) für die Aktienbörsen in Budapest, Prag und Warschau ist heute, Montag, auf Dollar-Basis gegenüber dem Vortag um 287,75 Punkte oder 10,13 Prozent auf 2.552,99 (zuletzt: 2.840,74) Punkte gefallen. Auf Euro-Basis brach der CECE-Index um 8,18 Prozent auf 1.888,87 Zähler ein.

18:21 Uhr: Die Prager Börse beendete den Handel wie zum Wochenende mit deutlichen Verlusten. Der Leitindex PX schloss mit einem Verlust von 8,46 Prozent auf ein Mehrjahrestief bei 1.102,9 Zählern. Der Umsatz in Aktien belief sich auf 5,62 (Vortag: 4,23) Mrd. tschechische Kronen.

18:15 Uhr: Die Warschauer Börse hat am Montag die Kursverluste der Vorwoche fortgesetzt und ist mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Der WIG-20 fiel um 5,69 Prozent auf 2.218,29 Zähler. Der breiter gefasste WIG-Index verlor 5,42 Prozent auf 34.832,29 Einheiten. Das Handelsvolumen betrug 1,1 (Vortag: 1,1) Mrd. Zloty. Es gab 18 Kursgewinner und 315 Kursverlierer. 21 Aktien schlossen unverändert. Alle Titel des WIG-20 schlossen einheitlich im Minus.

18:11 Uhr: Die Frankfurter Aktienbörse ist am Montag erneut auf Talfahrt gegangen. Der DAX verlor 410,02 Punkte (minus 7,07 Prozent) auf 5.387,01 Einheiten. Der TecDAX sank um -76,73 Punkte oder -11,27 Prozent auf 604,17 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich 581,50 Punkte oder 8,66 Prozent auf 6.131,59 Zähler. Der HDAX schloss mit 2.699,77 Einheiten und einem Minus von 214,79 Zählern oder 7,37 Prozent. Der C-DAX verlor 36,90 Punkte oder 7,27 Prozent auf 470,38 Zähler.

18:06 Uhr: Der Aktienindex für die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, Euro-Stoxx-50, hat am Montag mit einem Abschlag von 2.872,38 Punkten um 241,44 Zähler oder 7,75 Prozent erneut mit einer rasanten Talfahrt geschlossen.

17:49 Uhr: Die Wiener Börse hat am heutigen Montag ihre jüngste Kurstalfahrt vor dem Hintergrund der Finanzkrise rasant fortgesetzt. Der Fließhandelsindex ATX fiel gegenüber dem Freitag-Schluss (2.816,55) um 231,42 Punkte oder 8,22 Prozent auf 2.585,13 Zähler. Zeitweise hatte der Index sogar mehr als zehn Prozent tiefer notiert. Gegenüber Ultimo 2007 liegt der ATX per heute 1.927,85 Punkte oder 42,72 Prozent im Minus. Der ATX Prime schloss mit einem Minus von 8,35 Prozent oder 107,22 Punkten bei 1.176,99 Einheiten. Das Tageshoch erreichte der ATX zu Handelsbeginn mit 2.816,63 Zählern. Das Tagestief lag gegen 17 Uhr bei 2.494,43 Zählern. Im prime market zeigten sich am Ende der Sitzung vier Titel mit höheren Kursen, 54 mit tieferen und keiner unverändert.

17:18 Uhr: Die Börse in Budapest hat den Handel am Montag im Trend der europäischen Börsen mit deutlichen Abschlägen beendet. Der ungarische Leitindex BUX notierte zu Handelsschluss mit einem Verlust von 5,68 Prozent oder 1.083,24 Zählern bei 17.991,02 Einheiten. Das Handelsvolumen lag bei 24,5 Mrd. Forint. Mit einem Plus gingen einzig die Titel des Elektrizitätsunternehmens EMASZ aus dem Handel. Bankentitel fielen deutlich tiefer.

17:09 Uhr: Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer (V) kündigt auch für Österreich eine volle Garantie der Sparguthaben an: "Österreich ist, wie ich angekündigt habe, bereit, entweder das Limit anzuheben oder aufzuheben, je nachdem was die Diskussion heute oder morgen ergibt", sagte Molterer bei seiner Ankunft zu den Beratungen der Finanzminister der Eurozone.

16:47 Uhr: Die internationale Bankenkrise hat zum Wochenstart an der Börse im brasilianischen Sao Paulo Panik ausgelöst. Schon 18 Minuten nach dem Beginn der Geschäfte wurde der Handel am größten Aktienmarkt Lateinamerikas am Montag ausgesetzt, nachdem der Leitindex Bovespa um mehr als zehn Prozent abgesackt war. Der sogenannte Circuit Breaker wird in der südamerikanischen Wirtschaftsmetropole bei einer Veränderung von mehr als zehn Prozent automatisch benutzt, um die Marktteilnehmer zu beruhigen. Nach einer halben Stunde wurde der Handel wieder aufgenommen. Kurz nach 11.00 Uhr Ortszeit hatte der Bovespa allerdings um 10,5 Prozent auf rund 39.824 Punkte nachgegeben. Wenn der Bovespa um insgesamt 15 Prozent im Vergleich zum Schlussniveau des Vortags einbrechen sollte, würde der Handel für eine weitere Stunde gestoppt werden.

16:35 Uhr: Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt am Montag vor dem Hintergrund der Finanzkrise fortgesetzt und ist auf neue Mehrjahrestiefs gefallen. Der Wiener Leitindex ATX fiel bis 16 Uhr um 10,10 Prozent auf 2.532,08 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2005. Der ATX peilt damit auch den größten prozentuellen Tagesverlust seiner Geschichte an. Das bis dato größte Tagesminus von 8,33 Prozent verbuchte der ATX am 28. Oktober 1997.

16:18 Uhr: Belastet von der Finanzkrise und Sorgen um die US-Konjunktur ist der Dow-Jones-Index erstmals seit Oktober 2004 unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten gefallen. Um 16.06 Uhr fiel der Index um 3,33 Prozent auf sein bisheriges Tagestief von 9.981,78 Punkten. Am 29. Mai 1999 hatte der Dow Jones Index zum ersten Mal über 10.000 Punkten geschlossen. Vor allem bei den Finanzwerten kam es zu einem Ausverkauf. So fielen Merrill Lynch um 5,81 Prozent auf 25,12 Dollar. Wachovia verschlechterten sich um 4,33 Prozent auf 5,94 Dollar. Citigroup reduzierten sich um 4,88 Prozent auf 17,46 Dollar.

15:43 Uhr: Das Erdbeben auf den internationalen Finanzmärkten hat den Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit Februar einbrechen lassen. Im Computerhandel der New Yorker Rohstoffbörse fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) leichtes Rohöl am Montag um mehr als vier Dollar auf bis zu 89,07 Dollar (65,3 Euro), ehe die Preise wieder leicht anzogen. Damit ist der Ölpreis seit den Höchstständen im Sommer um fast 40 Prozent eingebrochen.

15:26 Uhr: Der Euro hat am Montagnachmittag weiter deutliche Verluste gegen den Dollar verzeichnet. Das EZB-Fixing lag am Nachmittag bei 1,3634 US-Dollar. Auch gegen Pfund, Franken und Yen gab der Euro deutlich nach.

Vor allem im Frühhandel fiel der Euro vor dem Hintergrund von Ängsten vor einer Ausweitung der Finanzkrise in Europa stark zurück. In weiterer Folge konnte sich die Devise aber vorerst bei hohem Volumen stabilisieren. "Es gehen scheinbar größere Beträge durch", berichtete ein Devisenhändler. Der Euro trete aber dennoch derzeit auf der Stelle, da viele Marktteilnehmer nun auf eine Einigung auf EU-weite Finanzstabilisierungsmaßnahmen hoffen.

14:48 Uhr: Die Wiener Börse hat am Montagnachmittag ihre Talfahrt weiter fortgesetzt. Der ATX fiel bis 14.15 Uhr um 219,33 Punkte bzw. 7,79 Prozent auf 2.597,22 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2005. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -5,16 Prozent, FTSE/London -4,88 Prozent und CAC-40/Paris -5,61 Prozent.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 2.816,63 Punkten, das Tagestief lag gegen 12.10 Uhr bei 2.575,47 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 7,66 Prozent bei 1.185,85 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market ein Titel mit höheren Kursen, 57 mit tieferen und keiner unverändert

14:28 Uhr: Im weltweiten Abwärtsstrudel der Börsen ist auch der russische Aktienmarkt am Montag erneut eingebrochen. Der Leitindex RTS verlor in den ersten drei Handelsstunden knapp 14 Prozent und landete mit 920 Punkten auf dem Niveau von November 2005. Die Schwergewichte sackten um bis zu 27 Prozent ab, nachdem der Index bereits zum Ausklang der Börsenwoche am Freitag 7 Prozent verloren hatte.

14.21 Uhr: Die weltweite Finanzkrise hat das Emissionsgeschehen an den europäischen Börsen fast vollständig zum Erliegen gebracht. Das Gesamtvolumen der Börsengänge brach von 12,624 Mrd. Euro im dritten Quartal 2007 auf nur noch 1,635 Mrd. Euro im dritten Quartal dieses Jahres ein, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Anzahl der Börsengänge sei im selben Zeitraum von 183 auf 69 gefallen, das durchschnittliche Emissionsvolumen von 80 Mio. Euro auf 33 Mio. zurückgegangen.

13.56 Uhr: Die immer weitere Kreise ziehende Finanzkrise sorgt für einen Run auf Goldbarren. Privatanleger, aber auch Unternehmen und institutionelle Investoren verlagern ihr Vermögen in so großem Umfang in die "Krisenwährung Gold", dass es zunehmend zu Lieferengpässen kommt. Die Österreichische Gold- und Silberscheideanstalt (Ögussa) hat darauf reagiert und die Barrenproduktion nach eigenen Angaben verzehnfacht.

13.24 Uhr: Starke Abschläge gab es auch an den Märkten in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.168,32 Zählern und einem Plus von 128,80 Punkten oder 5,61 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg um 158,1 Zähler oder 3,36 Prozent auf 4.544,7 Einheiten.

13.10 Uhr: Die Leitbörsen in Fernost haben am Montag einheitlich sehr schwach tendiert. Die Krise an den Finanzmärkten war allerorts das beherrschende Thema. Der Nikkei-225 Index in Tokio verbilligte sich um 465,05 Zähler oder 4,25 Prozent auf 10.473,09 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 878,64 Zähler (minus 4,97 Prozent) auf 16.803,76 Einheiten

12.54 Uhr: Die Wiener Börse hat am Montagvormittag weiter massive Kurseinbußen verbucht. Der ATX fiel bis 12.00 Uhr um 226,6 Punkte bzw. 8,05 Prozent auf 2.589,95 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2005. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -5,60 Prozent, FTSE/London -5,35 Prozent und CAC-40/Paris -6,23 Prozent.

12.41 Uhr: In Luxemburg treffen sich am Nachmittag zunächst die Finanzminister der 15 Euro-Länder und beraten über Wege aus der Finanzkrise. Morgen beraten die Ressortchefs aller 27 EU-Staaten zur Vorbereitung des EU-Gipfels Mitte Oktober.

12.32 Uhr: Die europäischen Aktienmärkte haben zu Mittag einheitlich mit sehr schwachen Kursen tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 12.20 Uhr mit 5.460,57 Punkten und einem Minus von 336,46 Einheiten oder 5,80 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verringerte sich um 290,4 Zähler oder 5,84 Prozent auf 4.684,81 Stellen.

12.12 Uhr: Auch nach der vorläufigen Rettung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) sieht Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) keinen Grund zur Entwarnung. Die Situation an den deutschen Finanzmärkten sei weiter "hoch gefährlich", sagte er am Montag vor Journalisten in Berlin. Im Augenblick sei nichts auszuschließen. Man könne lediglich dafür sorgen, "dass nicht andere Dominosteine umfallen".

12.04 Uhr: Angesichts der weiter verschärften weltweiten Finanzmarktkrise haben europäische Notenbanken am Montag erneut milliardenschwere Liquiditätsspritzen zur Verfügung gestellt. So bot die Europäische Zentralbank (EZB) 50 Mrd. Dollar (36,1 Mrd. Euro) an, während die Bank of England 10 Mrd. Dollar zur Verfügung stellte. Auch die Schweizer Nationalbank erklärte, sie wolle erneut Geld offerieren, äußerte sich aber zunächst nicht zu Details ihres Angebots.

11.44 Uhr: Jetzt hat auch Papst Benedikt XVI. Stellung zur internationalen Finanzkrise genommen und darauf verwiesen, dass es Werte gebe, die wesentlich wichtiger als Geld seien: "Wir sehen jetzt durch den Zusammenbruch der großen Banken, dass Geld einfach verschwindet, dass es nichts bedeutet, und dass alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, in Wirklichkeit zweitrangig sind", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag bei der Bischofssynode in Rom.

11.33 Uhr: Trotz eines Rettungspaketes verloren Titel der Hypo Real Estate (HRE) am Vormittag 33,42 Prozent auf 5,00 Euro. Zeitweise brach die Aktie bis auf 3,45 Euro ein.

11.15 Uhr: Die Sorge vor einer Ausweitung der Finanzkrise hat den Ölpreis unter 90 Dollar (65,1 Euro) fallen lassen. An der Börse in Singapur fiel der Preis für ein Fass leichtes Rohöl am Montag um 4,96 Dollar auf 89,19 Dollar. Damit ist der Ölpreis seit den Höchstständen im Sommer um fast 40 Prozent eingebrochen.

10.53 Uhr: Deutlich nach unten ging es auch für viele Immobilienwerte. Immoeast büßten 13,27 Prozent auf 1,96 Euro ein (192.145 Stück). Immofinanz verloren 9,43 Prozent auf 2,21 Euro (375.018 Stück). Größere Verluste gab es auch für CA Immo International, die Aktie fiel um 12,96 Prozent auf 3,56 Euro (16.443 Stück).

10.30 Uhr: Der ATX fiel bis 9.45 Uhr um 219,84 Punkte bzw. 7,81 Prozent auf 2.596,71 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2005.

10.25 Uhr: Der Tokioter Aktienmarkt hat am Montag den Handel mit sehr schwachen Notierungen beendet. Der Nikkei-225 Index fiel 465,05 Punkte oder 4,25 Prozent auf 10.473,09 Zähler. Der Topix Index schloss mit 999,05 Einheiten und einem Abschlag von 48,92 Punkten oder 4,67 Prozent.

10.17 Uhr: Der DAX sackte in der ersten Handelsstunde um 4,55 Prozent auf 5.533 Punkte ab. Das war der tiefste Stand seit Juli 2006. Alle 30 DAX-Aktien standen im Minus. Der MDAX verlor 5,42 Prozent auf 6.349 Punkte. Der TecDAX fiel um 5,33 Prozent auf 644 Punkte. Die Aktien der Finanzbranche stürzten ab.

10.02 Uhr: Stark unter Druck kamen in Wien wie an anderen Märkten auch die Bankwerte. Erste Group büßten im Frühhandel 12,55 Prozent auf 33,68 Euro ein. Raiffeisen International verloren 10,98 Prozent auf 47,00 Euro.

09.46 Uhr: Die Wiener Börse ist am Montag vor dem Hintergrund der Finanzkrise massiv eingebrochen. Der Wiener Leitindex ATX fiel bis 9:35 Uhr um 237,3 Punkte oder 8,43 Prozent auf 2.579,25 Zähler und rutschte damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2005. Bisher wurden 1.119.378 (Vortag: 920.245) Aktien gehandelt (Einfachzählung).

09.42 Uhr: Die Frankfurter Aktienbörse tendierte am Montag im frühen Geschäft mit deutlich tieferen Kursen. Der DAX verlor bis 9.30 Uhr 231,32 Einheiten oder 3,99 Prozent auf 5.565,71 Zähler.

09.36 Uhr: Schwacher Start an europas Leitbörsen: Die wichtigsten europäischen Börsen sind am Montag nach sehr schwachen Vorgaben der Weltleitbörsen mit sehr starken Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Händler machten die Krise an den Finanzmärkten und die Sorge vor einem weiteren Abrutschen der Konjunktur in der Eurozone für die kräftigen Kursverluste verantwortlich.

Für den Euro-Stoxx-50 ging es in den ersten Handelsminuten um 4,13 Prozent auf 2.985,14 Zähler abwärts. Zu den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50 zählten die Aktien von Aegon mit einem Minus von 12,81 Prozent auf 5,65 Euro und die Titel von ING Groep mit einem Abschlag von 7,78 Prozent auf 16,60 Euro.

09.25 Uhr: Der Euro ist am Montag in der Früh unter 1,36 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit September 2007 gefallen. Auch gegen Pfund und Franken gab der Euro nach. Gegen den Yen fiel der Euro besonders kräftig zurück. Belastet wurde der Euro Händlern zufolge von der Zuspitzung der Finanzkrise in Europa.

09:12 Uhr: In Tokio brach der Nikkei-Index um 4,25 Prozent ein: Das Börsenbarometer verlor am Montag 465,05 Punkte und schloss mit 10.473,09 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Der breit gefasste TOPIX fiel erstmals seit Dezember 2003 unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Punkten und ging beim Stand von 999,05 Punkten aus dem Markt. Das entspricht einem Verlust im Vergleich zum Schlussstand am Freitag von 48,92 Punkten oder 4,67 Prozent.

09.05 Uhr: Deutliche Verluste erwarten heimische Aktienhändler am Montag für die Eröffnung an der Wiener Börse. Außerbörslich dürfte der ATX nach Händlerschätzungen rund 113 Punkte unter dem Schluss-Stand vom Freitag (2.816,55) liegen. Im weiteren Tagesverlauf sehen Marktteilnehmer den ATX in einer Bandbreite zwischen 2.732 und 2.662 Einheiten. Der APA-Konsensus, die ATX-Prognose wichtiger Banken, geht von einem ATX-Schluss bei 2.690 Punkten aus.

08.25 Uhr: Die jüngste Verschärfung der Krise an den Finanzmärkten und die bedrohlichen Folgen für die Konjunktur in der Eurozone wird nach Einschätzung von Experten an den wichtigsten europäischen Börsen für einen sehr schwachen Wochenauftakt sorgen. Der Future auf den EuroSTOXX 50 lässt einen um 5,38 Prozent schwächeren Start des europäischen Leitindex erwarten.

08.00 Uhr: Drastischer Kurseinbruch an der Aktienbörse in Tokio: Angesichts der Folgen der Finanzkrise für Japans Exportmärkte stürzte der Nikkei für 225 führende Werte am Montag im Handelsverlauf in den Keller. Um 13.43 Uhr Ortszeit notierte das Börsenbarometer einen Verlust von 503,97 Punkten oder 4,60 Prozent beim Zwischenstand von 10.434,17 Punkten. Der breit gefasste Topix sackte erstmals seit Dezember 2003 unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten.

Euro unter Druck
Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3605 Dollar. Ein Dollar war 0,7347 Euro wert. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,3834 (Donnerstag: 1,3903) Dollar festgesetzt. Am Wochenende hatten sich die Ereignisse in Europa teilweise überschlagen.

Die dramatische Zuspitzung der Finanzkrise zwang Europas Regierungen zum entschiedenen Eingreifen. Die Bundesregierung stellte am Sonntag erstmals eine Komplettgarantie für private Spareinlagen in Aussicht, um die Bürger zu beruhigen. In der Nacht zum Montag einigten sich Regierung und Finanzwirtschaft nach zähem Ringen auf ein neues Rettungspaket für den Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Die französische Großbank BNP Paribas übernahm den belgischen und luxemburgischen Teil des Finanzkonzerns Fortis. Ein Krisengipfel europäischer Spitzenpolitiker in Paris brachte kein gemeinsames Vorgehen gegen die Finanzkrise




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