06. Februar 2009 12:48

Westösterreich 

Weniger Ferialjobs durch Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise schmälert auch die Chancen für Ferialpraktikanten, eine Beschäftigung für den Sommer zu finden - vor allem im Westen.

Weniger Ferialjobs durch Wirtschaftskrise

Während bei den kleinen und mittleren Unternehmen kaum Rückgänge im Angebot festzustellen sind, denkt man in der Industrie laut darüber nach, doch lieber die eigenen Leute, die teilweise ohnehin schon von Kurzarbeit betroffen sind, auszulasten.

In Oberösterreich erwartet die Industriellenvereinigung jedenfalls, dass es heuer weniger Ferialjobs geben wird, so Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch. Wie stark sich die derzeitigen Rahmenbedingungen auf das Angebot auswirken werden, müsse man aber noch abwarten: "Die Firmen sind momentan so beschäftigt, ihre Kapazitäten anzupassen, dass hier noch keine Entscheidungen getroffen haben."

Beispiel OÖ
Bei den oberösterreichischen Industrie-Konzernen aus dem besonders betroffenen Stahl- und Kfz-Bereich zeigt sich die Tendenz, heuer weniger Praktikanten aufzunehmen, auch wenn es noch keine genauen Zahlen gibt.

Bei der voestalpine rechnet man - bedingt durch den derzeitigen Urlaubsabbau - mit einem geringeren Bedarf. Die Plätze werden heuer auch später vergeben als üblich - nämlich erst im April oder Mai. Auch bei MAN in Steyr, wo normalerweise zwischen 200 und 350 Praktikanten in der Ferien etwas dazuverdienen, will man heuer "eher weniger" aufnehmen. BMW - ebenfalls in Steyr - hat auch noch keine endgültigen Zahlen. Im Vorjahr habe man im Sommer 110 Praktikanten beschäftigt, heuer seien bisher 80 angefordert worden. Die Größenordnung dürfte nahe jener von 2008 liegen, eventuell etwas darunter, so die vorläufige Schätzung.

Keine Auswirkungen haben Wirtschaftskrise und Schließungswelle auf das Ferienjobangebot bei der Post: Österreichweit werden heuer wie im Vorjahr 1.200 bis 1.300 Praktikanten aufgenommen, so Post-Sprecher Michael Homola.

Beispiel Ostösterreich
In Wien und Niederösterreich dürfte die aktuelle Wirtschaftslage kaum Auswirkungen auf das Ferialjobangebot haben, ebenso wenig im Burgenland.

So werden etwa die Wiener Linien - wie schon im Vorjahr - auch in den Sommermonaten 2009 rund 40 Praktikanten aufnehmen, so eine Sprecherin. Auch bei der Lebensmittelkette Zielpunkt, die ihren Hauptsitz in der Bundeshauptstadt hat, sieht man keinen Handlungsbedarf: Die Bedarfserhebung für Sommer sei zwar noch im Gange, man erwarte allerdings nicht, heuer weniger Praktikanten zu beschäftigen. Zielpunkt vergibt seit einigen Jahren nur mehr Ferialjobs in der Zentrale, nicht aber im Filialbereich.

In der Wiener Wirtschaftskammer wird betont, dass man noch keine Zahlen vorliegen habe, die eine fixe Tendenz erkennen ließen. Allerdings: "Unsere Experten rechnen mit einer stabilen Entwicklung", unterstrich ein Sprecher. Die Ferienjobber seien für die Unternehmen schließlich von großer Bedeutung, um dann, wenn die Konjunktur wieder anspringt, geeignetes junges Personal rekrutieren zu können.

Die Anzahl der Ferialpraktikanten auf dem Flughafen Wien werde in diesem Jahr gleich hoch wie 2008 bleiben, sagte ein Sprecher. Es werde sich "aus heutiger Sicht" demnach wieder um etwa 100 Personen in den Monaten Juni bis September handeln. Ähnliches war vom niederösterreichischen Versorger EVN zu hören. 2009 würden wie schon zuletzt etwa 200 Ferialpraktikanten im Konzern tätig sein, so Sprecher Stefan Zach auf APA-Anfrage.

Im Burgenland scheint die Wirtschaftskrise die Vergabe von Praktikumsplätzen bei größeren Unternehmen ebenfalls derzeit nicht zu beeinflussen. Die Begas etwa nimmt gleich wie im Vorjahr, je nach Bedarf der Abteilungen, zwischen zwei und drei Praktikanten auf, erklärte Sprecherin Elke Hohlagschwandtner auf APA-Anfrage. Auch bei der BEWAG-Gruppe, die rund 150 Ferialpraktikanten einstellt, gebe es aus heutiger Sicht diesbezüglich keine Änderungen, hieß es vom Unternehmen.

Tipp: Ferienjobbörse
Besser ist die Situation bei den KMU: Auf der Internet-Ferienjobbörse werden bereits an die 1.700 Jobs von rund 160 Unternehmen angeboten. Bis zum Sommer sollen es noch mehr werden. Die Palette ist breitgefächert und reicht von handwerklichen Arbeiten über Bürotätigkeiten, Promotion- und Reinigungsjobs bis hin zum Bademeister. Besonders viele Angebote gibt es im Tourismus bzw. in der Gastronomie sowie in der Kinderbetreuung - so werden etwa häufig Jugendanimateure, Betreuer für Ferienlager und Nachhilfelehrer gesucht.




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