10. Februar 2009 12:39

Studie 

Wer spart, der hat

Die Österreicher zeigen erste Tendenzen beim Sparen - es ist bei Lebensmitteln und Energie angesagt, in der Freizeit jedoch nicht.

Wer spart, der hat
© DPA/Sebastian Widmann

Die Wirtschaftskrise führt bereits zu ersten Spartendenzen bei den Österreichern. Fast jeder zweite Österreicher gibt an, den Gürtel enger zu schnallen. Vor allem beim Einkaufen werde stärker auf den Preis geachtet, und im Haushalt versuche man, Energie zu sparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage vom Institut für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien von Ende Jänner bei 1.800 Konsumenten.

Optimisten überwiegen
Dennoch überwiegen unter den Befragten noch die Optimisten, betonte Studienautor Claus Ebster. Mit 37 Prozent blicke die relative Mehrheit der Konsumenten der nahen Zukunft mit Zuversicht entgegen. 31 Prozent der Befragten sehen den nächsten Monaten hingegen mit Pessimismus entgegen und erwarten sehr starke oder starke Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf ihr persönliches Leben. 32 Prozent sind unentschieden.

Sparefroh bei Lebensmitteln und Energie
"Bei den Ausgaben wird vor allem dort gespart, wo man es am wenigsten spürt", so Konsumentenforscher Ebster. Acht von zehn Konsumenten gaben an, in den nächsten Monaten bei Lebensmitteleinkäufen mehr auf den Preis zu achten, und 77 Prozent der Befragten werden versuchen, im Haushalt Energie zu sparen. Zwei Drittel der Konsumenten wollen künftig häufiger bei Diskontern einkaufen.

Kein Rotstift bei gutem Essen und Kosmetik
Weniger Sparbereitschaft herrscht hingegen in der Freizeit, zeigt die Umfrage. Dennoch geben 40 Prozent der Konsumenten an, weniger Geld für Freizeitaktivitäten ausgeben zu wollen. Es gibt allerdings auch Produkte und Dienstleistungen, bei denen sich Herr und Frau Österreicher auf gar keinen Fall einschränken möchten. "Frei nach dem Motto 'Man gönnt sich ja sonst nichts' wird am wenigsten auf gutes Essen verzichtet", meinte Ebster. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern, welche Produkte als unverzichtbar angesehen werden: Während 17 Prozent der Frauen am wenigsten auf Produkte aus dem Bereich Kosmetik und Wellness verzichten wollen, sind es bei den Männern nur 3 Prozent.

Auch wenn in Zeiten der Wirtschaftskrise mehr auf das Geld geachtet wird, das Preisbewusstsein der Konsumenten scheint immer noch relativ gering zu sein: Nur ein Drittel der Befragten wusste, wie hoch das Porto eines Standardbriefes im Inland ist.




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