22. Jänner 2008 17:36

Börsenkrise 

Wiener Börse schließt im Minus

Nach der Zinssenkung der US-Notenbank und einer leichten Erholung haben die Börsen in Europa erneut Verluste verbucht. ATX rutscht ins Minus.

Wiener Börse schließt im Minus

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei hohem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 83,06 Punkte oder 2,20 Prozent auf 3.685,22 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 88 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 3.773 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17:30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,88 Prozent, DAX/Frankfurt -4,56 Prozent, FTSE/London -1,59 Prozent und CAC-40/Paris -4,24 Prozent.

Belebter Handelstag
Die Wiener Börse hat am Mittwoch einen belebten Handelstag hinter sich gebracht. "Hochschaubahn ist kein passender Ausdruck mehr für die Kursschwankungen die wir hier sehen", kommentierte ein Händler das turbulente Marktgeschehen. Nachdem der ATX in der Früh noch um mehr als 2,0 Prozent höher eröffnet hatte, rutschte der heimische Leitindex im Abwärtssog der internationalen Märkte im Tagesverlauf zwischenzeitlich um mehr als 3,0 Prozent ab.

Im Tagesgeschäft zeigten sich zunächst jene Titel deutlich stärker, die zuletzt besonders unter den Kursstürzen gelitten hatten. Vor allem die schwergewichteten Aktien konnten dem Index noch im Mittagshandel starke Unterstützung bieten. Sie gaben ihre Tagesgewinne im Verlauf jedoch wieder vollständig ab.

ATX im Minus
Im Vorfeld der US-Börseneröffnung rutschte der ATX überraschend in die Verlustzone. Händler verwiesen auf schwache US-Futures zur Erklärung. Zudem hätten Gerüchte über Abschreibungen in Milliardenhöhe bei der französischen Bank Societe Generale Unsicherheit über die Märkte gebracht.

Unter den Einzelwerte gab es herbe Verluste bei den Banken. So büßten Raiffeisen International 4,74 Prozent auf 77,01 Euro (800.383 Stück) ein. Erste Bank gaben 4,39 Prozent auf 37,70 Euro (3.603.642 Stück) nach. Positive Analystenmeldungen der Investmentbanken UBS und Woods traten vor den internationalen Kurseinbrüchen in den Hintergrund.

OMV
OMV-Aktien brachen 4,18 Prozent auf 43,60 Euro (1.146.370 Stück) ein. Die Aktien der voestalpine gaben den Großteil ihrer Tagesgewinne ab und schlossen um 0,48 Prozent fester bei 42,00 Euro (1.524.740 Stück).

Gegen den Negativtrend stemmten sich Strabag mit einem Plus von 4,96 Prozent auf 37,69 Euro (568.269 Stück). Ein Konsortium rund um den Baukonzern hat den Zuschlag zum Bau einer Schnellstraße in Polen im Wert von 490 Mio. Euro erhalten. A-Tec setzten dagegen ihren Kursrutsch fort und büßten 6,20 Prozent auf 46,90 Euro (167.977 Stück) ein.

DAX im Minus
Die Frankfurter Aktienbörse ist am Mittwoch mit deutlich tieferer Grundtendenz aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 309,93 Punkte (minus 4,58 Prozent) auf 6.459,54 Einheiten. Der TecDAX verlor -18,29 Punkte oder -2,44 Prozent auf 732,70 Punkte. Der M-DAX fiel 156,18 Punkte oder 1,89 Prozent auf 8.092,64 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.283,71 Einheiten und einem Minus von 145,50 Zählern oder 4,24 Prozent. Der C-DAX fiel um 24,30 Punkte oder 4,05 Prozent auf 575,22 Zähler.

Tokio und Wall Street im Plus
Die Börse in Tokio ist der Wall Street am Donnerstag ins Plus gefolgt. Marktteilnehmern zufolge sorgten - wie schon am Vortag in New York - die Gerüchte über bevorstehende Finanzspritzen für Anleiheversicherer für Entspannung. Es gebe die Hoffnung, dass hier schneller gehandelt werde als bei der Krise mit zweitklassigen Hypotheken, sagte Takashi Ushio von Marusan Securities.

Positiv stimmte die Anleger in Japan zudem, dass einige Abgeordnete der regierenden Liberaldemokratischen Partei eine Neuregelung bei der Besteuerung von Kapitalerträgen ins Gespräch gebracht haben und die Notenbank zudem auffordern wollen, den Leitzins auf Null zurückzuschrauben.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verbuchte bis zum Mittag einen Aufschlag von 1,44 Prozent auf 13.013 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index lag 1,92 Prozent im Plus bei 1.273 Punkten.

Gefragt waren neben Finanztiteln auch Exportwerte: Aktien von Canon verteuerten sich etwa um 3,7 Prozent, die von Toyota Motor um 1,8 Prozent.

Auch an den übrigen großen Handelsplätzen in Asien war die Stimmung überwiegend positiv. Die Kursgewinne an den Börsen Taiwan, Singapur und Südkorea bewegten sich zwischen 1,4 und 2,5 Prozent. Dagegen lag die Börse in Shanghai ebenso wie die in Hongkong leicht im Minus.

Die US-Börsen hatten am Mittwoch nach drastischen Kursgewinnen im späten Handel freundlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 2,5 Prozent fester. Der breiter gefasste S&P-500 legte 2,14 Prozent zu und der Technologieindex Nasdaq 1,05 Prozent.




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