27. Oktober 2008 09:35

Schwarzer Montag 

Wiener Börse schließt mit massivem Minus

Der ATX erreicht den tiefsten Stand seit 2004. Die Wiener Börse weitete sogar im Späthandel noch ihr Minus aus.

Wiener Börse schließt mit massivem Minus
© Börse Wien
Wiener Börse schließt mit massivem Minus

Die Wiener Börse hat ihr Minus im Späthandel noch ausgeweitet und knapp zehn Prozent tiefer geschlossen. Der jüngste Sturzflug vor dem Hintergrund der Finanzkrise wurde damit ungebremst fortgesetzt. Der ATX fiel um 9,74 Prozent auf 1.675,89 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Jänner 2004. Seit Jahresbeginn hat der ATX bereits knapp 63 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Verluste zogen sich durch alle Branchen. Besonders stark unter Druck kamen bei den Blue Chips Raiffeisen International (minus 15,8 Prozent) und Telekom Austria (minus 17,4 Prozent).

Auch andere europäischen Börsen waren sehr schwach in die Woche gestartet, konnten im Tagesverlauf ihre Verluste aber teilweise eingrenzen erholen. Händler erklärten die besonders deutlichen Abgaben in Wien mit dem Osteuropafokus vieler heimischer Unternehmen.

Investoren würden angesichts der Finanzkrise als risikoreicher eingestufte Aktien von Unternehmen mit einem Osteuropa-Engagement besonders schnell abstoßen, hieß es. Vor diesem Hintergrund haben auch die Meldungen über IWF-Hilfsprogramme für Ungarn und die Ukraine auf dem Sentiment gelastet.

Europas Börsen schließen tief im roten Bereich
Belastet von sehr schwachen Vorgaben aus Asien haben die europäischen Leitbörsen am Montag tief im roten Bereich geschlossen. Trotz einer kräftigen Aufholjagd an einigen Aktienmärkten schloss der Euro-Stoxx-50 mit einem Verlust von 1,72 Prozent den fünften Tag in Folge im negativen Bereich. Die größten Abschläge erlitten die Börsen in Wien (minus 9,74 Prozent Prozent), Madrid (minus 4,11 Prozent) und Paris (minus 3,96 Prozent) verzeichnen.

Volkswagen sprangen mit einem Plus von 146,62 Prozent auf 520,00 Euro einsam an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Neben dem Titel, der Händlern zufolge massiv von einem panikartige Rückkauf von leer verkauften Beständen profitierte, konnten nur noch drei weitere Papiere den Handel im Plus beenden.

In einer Branchenübersicht zählten Bankenwerte zu den Tagesverlierern. So verloren Societe Generale 15,56 Prozent auf 38,00 Euro und belegten damit den letzten Platz im Euro-Stoxx-50. Credit Agricole beendeten den Handel 11,17 Prozent tiefer bei 10,10 Euro.

Auf Seite 2: Der Börsetag zum Nachlesen

17:30 Uhr: Euro weiter gefallen
Der Kurs des Euro ist am Montag belastet durch gestiegene Rezessionsängste weiter gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,2447 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,8036 Euro wert.

17:00 Uhr: Euro knapp über Tagestief stabilisiert
Der Euro hat sich am späten Montagnachmittag knapp über seinen Tagestiefs vorerst stabilisiert. In der Früh war der Euro zeitweise unter 1,2400 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Jänner 2004 gefallen.

16:14 Uhr: US-Börsen mit gutem Wochenstart
Aufgrund der überraschend guten Immobiliendaten kam es zu einer kurzfristigen Stimmungsaufhellung.

15:21 Uhr: EZB strebt Zinssenkung an
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet deutet eine weitere Zinssenkung im Euro-Raum an.

15:16 Uhr: ATX weiter im Sturzflug
Die Wiener Börse setzt am Nachmittag ihre Talfahrt vorerst fort. Der ATX notiert mit 1.708,15 Punkten und einem Minus von 148,68 Punkten bzw. 8,01 Prozent.

14:18 Uhr: Ölpreise rasseln in den Keller
Die Ölpreise setzen ihre Talfahrt ungeachtet der OPEC-Beschlüsse fort. Am Markt dominiert weiter die Sorge vor einer einschneidenden Rezession und damit vor einer deutlichen Verringerung der Ölnachfrage.

14:06 Uhr: Lufthansa verlängert Angebot bis Dezember
Das Kaufangebot der Deutschen Lufthansa für die Austrian Airlines (AUA) ist weiterhin aufrecht. "Wunschgemäß hat die Lufthansa dem Vorstand der ÖIAG bestätigt, dass das Angebot bis Dezember aufrechterhalten wird", sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

13:12 Uhr: Zwei Angebote für AUA auf dem Tisch
Jetzt ist es fix: Für den Kauf der AUA liegen zwei Angebote auf dem Tisch: Die Lufthansa und die russische S7 buhlen um die Gunst der Airline.

13:09 Uhr: Kein Köpferollen bei der AUA
Laut ÖIAG wird es weder bei der AUA noch bei der ÖIAG selbst personelle Konsequenzen geben. Und: Der AUA-Verkauf wird nicht neu aufgerollt, sondern es werde "mit Interessenten" verhandelt.

12:39 Uhr: ATX verliert 8,4 Prozent zu Mittag
Die Wiener Börse setzt ihre Talfahrt fort. Der ATX fiel um 156,51 Punkte bzw. 8,43 Prozent auf 1.700,32 Punkte

12:37 Uhr: Auch Frankfurt, London und Paris weiter im Minus
DAX/Frankfurt - 4,41 Prozent, FTSE/London -4,80 Prozent, CAC-40/Paris -6,61 Prozent.

12:29 Uhr: VW-Aktie schnellt in die Höhe - Plus 90 Prozent
Die Volkswagen-Aktien schießt um fast 90 Prozent hoch. Händler erklären den Kurssprung mit Spekulationsgeschäften um die laufende VW-Übernahme durch Porsche. Zum Mittag gewinnt die Volkswagen-Aktie 87 Prozent (notiert bei 394,10 Euro), während der DAX um mehr als vier Prozent im Minus liegt.

12:16 Uhr: Erste schwedische Banken erhöhen Kapital
Nach Banken in zahlreichen europäischen Ländern stocken in der Finanzkrise nun erstmals auch schwedische Institute ihre Kapitalbasis auf. Die stark auf dem Baltikum engagierte Swedbank kündigt eine Kapitalerhöhung von umgerechnet 1,2 Milliarden Euro an.

11:25 Uhr: AUA-Akie im freien Fall
Die Aktie der Austrian Airlines stürzt vor dem Hintergrund der Turbulenzen um die Privatisierung der Airline weiter ab - um 8,79 Prozent auf 2,80 Euro.

11:08 Uhr: Euro auf Allzeit-Tief zum Franken
Schlechte Nachrichten für alle Inhaber von Schweizer-Franken-Krediten: Der Euro verliert gegenüber der Schweizer Währung erneut deutlich und notiert mit 1.4308 Franken so tief wie noch nie. Das bisherige Allzeittief hatte er im September 2001 mit 1.4395 markiert.

10:42 Uhr: AUA-Poker geht weiter, Staat übernimmt Schulden
Der Privatisierungsauftrag für die AUA wird bis zum 31.12.2008 verlängert. Die Republik Österreich ist bereit, bis zu 500 Millionen Euro Schulden zu übernehmen. Lesen Sie hier mehr dazu!.

9:55 Uhr: Bankenwerte besonders unter Druck
Raiffeisen International fällt um 17,27 Prozent auf 21,51 Euro. Erste Group verliert 9,55 Prozent auf 16,10 Euro.

09:51 Uhr: ATX ruscht noch weiter ab
Die Wiener Börse gibt weiter kurz nach Handelsstart nach. Der Fließhandelsindex ATX fällt um 157,69 Punkte oder 8,49 Prozent auf das neue Mehrjahrestief von 1.699,14 Zählern.

09:38 Uhr: London und Paris öffnen schwach
In London verliert der FT-SE-100 4,7 Prozent, in Paris sinkt der CAC-40 um 5,3 Prozent

09:26: Wiener Börse auf Talfahrt
Auch der ATX öffnet schwach - mit minus 5,2 Prozent.

09:16: Chaos an Europas Börsen
Der Dax öffnet mit 5 Prozent im Minus.

07:31 Uhr: Tokios Börse eingebrochen
Die Aktienbörse in Tokio ist erneut eingebrochen. Der Nikkei-Index stürzte um sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit 1982. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer für 225 führende Werte einen heftigen Verlust von 486,18 Punkten oder 6,36 Prozent bei 7.162,90 Punkten

Foto: (c) Börse Wien




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