15. Jänner 2009 17:45

Finanzaffäre 

Wiener Broker RRS legt Konzession zurück

Die RRS geriet im Zug der Affäre um die angeschlagene AvW ins Wanken. Jetzt gibt es eine neue Anzeige der AvW gegen die RRS.

Wiener Broker RRS legt Konzession zurück
© fma

Das Wiener Brokerhaus RRS Capital Strategies Services hat am Donnerstag seine Wertpapier-Konzession abgegeben. Das entsprechende Schreiben ist schon bei der Finanzmarktaufsicht eingelangt. Regierungskommissär Ernst Malleg, der der Gesellschaft seit Dienstag auf die Finger schaut, hat noch nicht unterschrieben. Die Zurücklegung ist daher noch nicht rechtskräftig.

Keine Erholung in Sicht
Die Geschäftsführung der RRS Capital Strategies Services schließt ihren Geschäftsbereich "Brokerage", weil sie nicht davon ausgeht, "dass sich die internationalen Aktienmärkte in naher Zukunft erholen werden", begründet der Wiener Broker die Zurücklegung der Wertpapierdienstleistungskonzession. Die Gesellschaft wolle sich nun auf ihre anderen, nicht näher spezifizierten Tätigkeitsbereiche konzentrieren.

Verstrickt mit AvW
Die FMA wird der RRS erst einen Feststellungsbescheid über die Konzessions-Zurücklegung ausstellen, wenn alle offenen Fragen geklärt sind. Die RRS ist im Zuge der Affäre um die angeschlagene Kärntner AvW ins Wanken geraten. Das Haus von Rene Riefler und Stephan Zöchling dürfte auf Verlusten sitzengeblieben sein, die die AvW als angebliche RRS-Kundin mit RHI-Optionen gemacht hat. Dadurch dürfte die gesetzlich vorschriebene Eigenkapitaldecke in Gefahr sein.

Täter und Opfer
Die AvW beschuldigt die RRS, am AvW-Vorstand vorbei nicht genehmigte Geschäfte mit dem ehemaligen Prokuristen der Kärntner Firma abgewickelt zu haben. Unterdessen hat der AvW-Anwalt Franz Großmann neue Vorwürfe gegen den ehemaligen AvW-Mann und RRS-Mitarbeiter erhoben. Der ehemalige AvW-Prokurist und dessen Geschäftspartner und RRS-Prokurist sollen der AvW mit unautorisierten RHI-Aktien-Deals rund 3,34 Mio. Euro Schaden zugefügt haben. Großmann vermutet außerdem, dass Zöchling bei den Transaktionen mitgeschnitten haben könnte. Zöchling weist das zurück: "Wir sind nicht Täter, sondern Opfer und wahrscheinlich der größte Geschädigte, weil die AvW-Gruppe 70.000 RHI-Aktien im Gegenwert von 1,8 Mio. Euro gekauft, aber nicht gesettelt hat."




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