08. Dezember 2007 16:16

8. Dezember 

Wiener Einkaufszentren mit Umsatzplus

Der Wiener Handel jubelt. Die Einkaufszentren und Einkaufsstraßen sind gerammelt voll. Ein Umsatzplus von fünf Prozent scheint möglich.

Wiener Einkaufszentren mit Umsatzplus
© APA

Zweiter Weihnachtseinkaufs-Samstag und gleichzeitig "Einkaufsfeiertag" 8. Dezember: Diese Kombination hat in Wien zu äußerst positiven Auswirkungen auf die Einkaufsstraßen und Shopping-Center geführt. Bei den Einkaufsmeilen profitierten laut Wirtschaftskammer vor allem die zentralen Lagen. In Sachen Branchen zeigte sich ebenfalls ein Trend: Der Sportartikelhandel dürfte heuer einer der großen Gewinner werden.

Ansturm auf Innere Stadt und Mariahilfer Straße
Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein zumindest bis zum frühen Nachmittag wurden die Wiener Geschäfte eifrig besucht, wie Wiens Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank berichtete: "Die Einkaufsstraßen sind voll, alle melden eine höhere Frequenz als am vorigen Wochenende. Vor allem die innere Mariahilfer Straße und die Citylagen melden sensationelle Passantenzahlen."

Alleine die innere Mariahilfer Straße wurde laut Jank von fast 340.000 Menschen frequentiert. Insgesamt strömten in ganz Wien mehr als eine Million Menschen in die Einkaufsstraßen, um Geschenke zu besorgen. Am ersten Adventsamstag waren es rund 870.000 gewesen. Erfreulich ist laut Kammer, dass auch weniger zentral gelegene Einkaufsstraßen heute deutlich nachziehen konnten.

Sportartikel-Händler die klaren Gewinner
Der Umsatz der einzelnen Branchen fiel demnach unterschiedlich, aber durchwegs zufriedenstellend aus. Klarer Gewinner des zweiten Einkaufssamstages sind der Sportartikelhandel sowie die Papier- und Buchgeschäfte. Verhaltener bewerteten hingegen der Schmuckhandel, der laut Jank traditionell erst an den beiden letzten Adventsamstagen anzieht, sowie der Parfümeriehandel das Geschäft.

Donauzentrum zufrieden
Im Wiener Donauzentrum, dem größten Shopping-Center der Stadt, freute man sich über Zuwächse sowohl bei der Frequenz als auch beim Umsatz: Die Frequenzsteigerung betrug etwa 5 Prozent im Vergleich zum ersten Einkaufssamstag, berichtete Center-Chef Nils Christian Hakert am späten Samstag nachmittag.

Gutscheine als Kassenschlager
"Beim Umsatz werden wird rund 3 bis 5 Prozent darüber liegen", so Hakert. Nahezu "unaufhaltsam" ist demnach der Trend zum Gutscheinkauf. Im Donauzentrum werden heuer dabei zweistellige Zuwachsraten erwartet. Ebenfalls sehr gut sind laut Hakert die Umsätze beim "Weihnachts-Klassiker" Parfum- bzw. Kosmetikprodukte sowie bei Büchern - und das, obwohl es keinen großen Buchsupermarkt im Donauzentrum gebe, wie er betonte.

Stadion-Center wird gestürmt
Eine Frequenzsteigerung von mehr als 20 Prozent gegenüber dem ersten Einkaufssamstag wurde im neuen Stadion-Center beim Happel-Stadion verzeichnet. Laut Center-Managerin Kathrin Kammerer schlug sich dies auch in deutlich gesteigerten Umsätzen nieder. Gefragt waren neben Gutscheinen vor allem Elektrogeräte, Spielwaren und Ski. Hier haben laut Kammerer die Niederschläge im November und die gute Schneelage in den Skigebieten "sehr geholfen".

Lugner-City erst am Nachmittag voll
Richard Lugner von der Lugner-City berichtete von einem zunächst "eher schwachen" Beginn. Er verglich dies mit offenen Sonntagen, die er aus dem Ausland kenne: "Dort ist am Vormittag auch wenig los." Seit 13.00 Uhr beginne es in der Lugner-City aber "zu brummen", auch die Garage sei schon fast voll. In der Lugner-City setzen die Käufer offenbar auf Elektronik: Computer, Spielkonsolen und Flachbildschirme sind laut Lugner besonders gefragt.

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In der SCS klingeln die Kassen
Auch in Österreichs größtem "Einkaufstempel", der Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf bei Wien, haben am 8. Dezember die Kassen geklingelt. SCS-Vorstand Maurizio Totta schätzte den Geschäftsverlauf am heutigen Feiertag positiv ein: Trotz der um eine Stunde reduzierten Öffnungszeit würden sowohl die Umsätze vom ersten Einkaufssamstag heuer als auch vom zweiten des Vorjahres übertroffen.

"Wir hätten liebend gerne eine Stunde früher geöffnet", so Totta. Aber die Gesetzeslage sei eben gegeben. Die Zufriedenheit ziehe sich durch alle Branchen. Der im Gegensatz zum Vorjahr heuer frühe Winterbeginn wirke sich vor allem günstig auf die Bereiche Sport und Textilien aus.

Steirischer Handel hatte "sicher besten Tag"
In den Grazer Einkaufszentren war von einem Plus von bis zu 15 Prozent gegenüber dem zweiten Einkaufssamstag 2006 die Rede. "Es war sicher der absolut beste Tag", resümierte Michael Brunner von Leoben City Shopping, ein Player, der erst seit Oktober am Markt ist. Laut Brunner sei das Geschäfts "sensationell" gelaufen, mit rund 35.000 Besuchern habe man den klar den Frequenzrekord aufgestellt. Auch im nahen ECE Kapfenberg beurteilte die Leitung die Lage als "ausgezeichnet": Es sei nicht nur geschaut, sondern auch gekauft worden, wie die prall gefüllten Einkaufstaschen gezeigt hätten.

In der Shopping City Seiersberg bei Graz kam man auf hochgerechnet 65.000 Besucher, im Vergleich zum zweiten Einkaufssamstag 2006 ein Plus von 15 Prozent. Wie die stellvertretende Geschäftsführerin Anita Bräunlich sagte, sei es nur bedauerlich, dass man erst um 10.00 Uhr aufsperren habe dürfen - man wäre nämlich schon um 9.00 Uhr voll gewesen.

Dieser Einschätzung schloss sich auch die Grazer "Nachbarin" im Shopping Center West an: Laut Geschäftsführerin Angelika Gröschl sei der Ansturm "riesig" gewesen, die Erwartungen wären übertroffen worden: "Die Leute kaufen, kaufen, kaufen". Branchenmäßig seien vor allem Sport, Elektro und Bücher besonders stark angesprungen.

Salzburgs Handel geht von leichtem Plus aus
Menschenmassen, wohin man schaute - sowohl in der Salzburger Altstadt als auch in den Einkaufszentren. Der Handel im Bundesland Salzburg konnte sich am 8. Dezember freuen, denn es blieb nicht bloß beim Anschauen, sondern es wurde auch gekauft. "Der gelungene Start hat sich bewährt. Zwei Drittel der Geschäfte im Bundesland hatten offen, und wir können von einem leichten Plus ausgehen", stellte der Obmann der Sektion Handel in der Wirtschaftskammer, Helmut Eymannsberger, fest.

Es habe sich gezeigt, dass es einen klaren Trend zur Qualitätsware gibt. Das sei sowohl am Elektro- und Elektroniksektor so als auch bei der Sportbekleidung und im modischen Bereich - angefangen vom Schal, Handschuhen bis hin zum Wintermantel, wo Daunen stark gefragt sind. Aber auch Bücher, Uhren und Brettspiele werden sehr gerne gekauft, so Eymannsberger. Viele Orte hätten sich bemüht, Weihnachts- und Adventmärkte einzurichten, wo qualitativ gute Ware angeboten werde - diese würde auch gut angenommen.

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Handel in Oberösterreich "sehr positiv"
Eine "sehr positive" Bilanz hat der Handel in Oberösterreich über den zweiten langen Einkaufssamstag in der Vorweihnachtszeit gezogen. Frequenz und Umsatz würden über dem Vorjahr liegen, sagte Franz Penz, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Die Einkaufszentren im Linzer Großraum verzeichneten eine "gute" Frequenz.

Am Vormittag seien viele Menschen unterwegs gewesen, die sehr zielgerichtet eingekauft hätten. Am Nachmittag waren auch viele Bummler unterwegs, so Penz. Der Ansturm auf die Geschäfte war besonders groß, da Maria Empfängnis auf den zweiten Advent-Einkaufssamstag fiel, so Manfred Zöchbauer, Geschäftsführer der Sparte Handel. Viele nutzten die Gelegenheit, um ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen.

Eine "gute" Frequenz verzeichnete man im Einkaufszentrum PlusCity in Pasching bei Linz. Man sei zufrieden und liege auf dem hohen Niveau des Vorjahres, so ein Sprecher zur APA. Wie bereits am ersten Einkaufssamstag seien wieder Dutzende Busse aus Bayern mit Kunden nach Pasching zum Einkaufen gekommen. Im Leondinger Einkaufszentrum Uno Shopping verspürte man beim Umsatz eine "leicht positive Tendenz" im Vergleich zum Vorjahr. Im Linzer Passage vor den Geschäften gewartet, so Centerleiter Werner Prödl.

Italiener und Deutsche haben Tirol gestürmt
Tirol wurde am 8. Dezember von Einheimischen, Südtirolern und Deutschen "regelrecht gestürmt". Wie in den vergangenen Jahren sind wieder besonders viele Südtiroler nach Innsbruck zum Einkaufen gekommen. "Als gäbe es in Italien nichts zu kaufen. Die schnaufen uns die Luft weg, kaufen wenig, aber sind gut für die Stimmung", erklärte ein Innsbrucker Elektrohändler.

"Die Südtiroler kaufen nur "Klitzekleinigkeiten" bei uns. Die sind wahrscheinlich eher auf den Weihnachtsmärkten und beim Essen. Der Umsatz ist aber trotzdem absolut okay. Ungefähr so, wie an einem anderen Weihnachtseinkaufssamstag", beschrieb der Händler aus der Innenstadt. Auf jeden Fall seien mehr Leute als an einem anderen 8. Dezember bei ihm zum Einkaufen gewesen. Obwohl das Geschäft erst um 10.00 Uhr geöffnet habe, seien bereits ab 9.00 Uhr Kunden vor der Türe gestanden.

Auch das größte größte Einkaufszentrum des Landes, das "DEZ", zeigte sich der Centermanager Helmut Larch zufrieden: "Es läuft sehr gut. Wie letztes Jahr erwarten wir 30.000 Besucher." Auf jeden Fall werden sie am nächsten 8. Dezember wieder die Geschäfte öffnen, "es rentiert sich sehr".




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