18. April 2008 09:07

EURO 2008 

Wiener Hotels schlechter gebucht als bisher bekannt

Entgegen erster Jubelmeldungen aus der Touristikbranche dürfte die EURO 2008 für die Wiener Hoteliers nicht das große Geschäft werden.

Wiener Hotels schlechter gebucht als bisher bekannt
© APA

Die Euphorie, die Wiens Touristiker im Zusammenhang mit der EURO 2008 verbreiten, ist ziemlich übertrieben. Demnach ist in der Hotelbranche zu hören, dass die Auslastung für die EM-Woche keineswegs weit über dem Vorjahr, sondern eher deutlich darunter liege.

Bisherige Meldungen glatt falsch
Dass im Juni alle Hotels ausgebucht seien, ist eine glatte Falschmeldung, bestätigt der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Peter Peer, im Ö1-Morgenjournal. "Es gibt für Juni noch Hotelzimmer in allen Kategorien," so Peer.

Interessant ist dabei ein direkter Vergleich: Trotz Europameisterschaft ist der Mai mit Stand Mitte April besser gebucht als der Juni. Grund für die gute Buchungslage im Mai sind übrigens auch die drei Feiertage, die günstig für verlängerte Wochenenden fallen und Destinationen von Städtereisen begünstigen. Peer ist zwar vorsichtig mit Prognosen, hält es aber für möglich, dass am Ende der Europameisterschaft ein Minus für die Wiener Hotelbranche stehe.

Kongresstourismus fällt aus
Der Juni sei einer der stärksten Monate in Wien, vor allem mit Business- und Kongresstourismus. Während einer EM gibt es kaum Geschäftsreisen nach Wien und wenn, dann nur wegen der EM, so Peer.

Der typische EM-Gast bleibe nicht sehr lange, sondern kommen wegen eines Spiels. Zwischen den Spieltagen seien daher viele Hotels nicht gebucht, meint Peer. Dennoch glaubt er an Nachfrage in letzter Minute: "Viele wissen überhaupt nicht, dass noch Zimmer frei sind und fragen daher gar nicht an." Da könnte noch eine Euro-Welle anrollen, hofft Peer.

Wichtig sei für die Hotels vor allem, dass die Bilder der EM einen Werbeeffekt für Wien hätten und dadurch danach mehr Gäste nach Wien kämen.

In den anderen Austragungsstätten ist die Lage mit Wien nur bedingt vergleichbar: Die Auslastung der Klagenfurter Hotels ist keine sehr ambitionierte Übung, in Salzburg und Innsbruck ist der Juni im Gegensatz zu Wien ohnehin nicht der stärkste Monat.




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