11. Juni 2008 13:05

Flucht in die USA 

Wiener soll Banken um Millionen betrogen haben

Ein 61-jähriger Wiener, der heimische Banken um 13,5 Millionen Euro geprellt haben soll, ist am Wochenende bei New York verhaftet worden.

Wiener soll Banken um Millionen betrogen haben

Ernest St. war rund zehn Jahre lang auf der Flucht, berichtete Oberstleutnant Helmut Reinmüller von der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes (BK) am Mittwoch. Der Mann wartet auf seine Auslieferung und kann keine Kaution stellen.

Kredite mit Blankounterschriften ergaunert
St. hat als Chef mehrerer vermeintlicher Immobilienfirmen im Zeitraum von 1992 bis 1998 rund 120 Privatpersonen vorgegaukelt, baufällige und leerstehende Häuser renovieren zu wollen. Von diesen Leuten - oft Ausländer, die sich bei von St. vorgelegten Papieren nicht auskannten - ergaunerte er Blankounterschriften.

15 Wiener Banken vorgelegt
Die signierten Dokumente legte der Wiener 15 Banken vor, um damit Kredite zu erlangen. Die Gelder wurde auf Treuhandkonten überwiesen, auf die der Verdächtige und vier mittlerweile ausgeforschte und verurteilte Komplizen Zugriff hatten. Geschädigt wurden in erster Linie die Geldinstitute.

1995 in die USA abgesetzt
Ernest St. dürfte sich 1995 nach Amerika abgesetzt haben. Dort lebte er offenbar auf großem Fuß. Allerdings konnte der Wiener seine Spuren zunächst geschickte verwischen. Vor drei Jahren haben sich die Zielfahnder auf seine Spuren geheftet. Am Sonntag (8. Juni) sind schließlich zwei Beamte aus Wien nach Amerika geflogen.

Lebte in einer "Art Kommune"
In Zusammenarbeit mit US-Marshals wurde der Aufenthaltsort des Gesuchten eruiert. St. lebte in Lakewood (US-Bundesstaat New Jersey) südlich von New York "in einer Art Kommune", wie Oberstleutnant Helmut Reinmüller erzählte. Der Zugriff sei "extrem schwierig" gewesen. Als der Wiener letztendlich ein Wohnhaus verließ, klickten am Dienstag um 9.30 Uhr Ortszeit die Handschellen.

"Er verweigerte bisher jede Auskunft und verlangte einen Anwalt", so Reinmüller. Mit seiner Verhaftung habe der 61-Jährige nicht mehr gerechnet, so der Oberstleutnant. Nähere Details lagen zunächst vor. "Wir warten auf die Auslieferung", hieß es.




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