15. April 2009 18:27

Grüner Protest 

Wirbel bei Rede im Parlament

In einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Eure Schande heißt (Dritter Nationalratspräsident, Anm.) Martin Graf" äußerte Bildungssprecher Harald Walser seinen Unmut über die Einladung von Walter Marinovic als Gastredner ins Hohe Haus.

Wirbel bei Rede im Parlament
© www.gruene.at

Bei der bereits im Vorfeld umstrittenen Buchpräsentation des FPÖ-Klubs Mittwochnachmittag hat es eine Protestaktion der Grünen gegeben. Der Gastredner Walter Marinovic soll laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) "kaum Berührungsängste zum deutschen Nationalsozialismus" haben. Bildungssprecher Harald Walser forderte Grafs Rücktritt.

"Rechtsextremer Tummelplatz"
Graf macht laut Walser mit derartigen Einladungen das Parlament zum "Tummelplatz des Rechtsextremismus". Von SPÖ und ÖVP forderte der Grüne zumindest eine klare Distanzierung, immerhin sei Graf auch mit roten und schwarzen Stimmen zum Dritten Nationalratspräsidenten gewählt worden. Walsers Auftauchen stieß auf Unmut der FPÖ-Gäste, manche forderten dessen Rausschmiss aus dem Saal. Walser hatte aber ohnehin nicht vor, die Vorträge anzuhören und ging von selbst.

Faymann-Brief unter Lupe
Graf selbst verstand die Aufregung um die Einladung Marinovics auch weiterhin nicht. Ebenso wie die Distanzierung von Bundeskanzler Werner Faymann (S) von dessen ehemaligem Lateinlehrer Marinovic. Dass der Kanzler nicht - wie selbst angegeben - nur "routinemäßig" eine Glückwunschkarte beantwortet habe, wollte Graf durch das Verlesen des Briefes beweisen.

In den zitierten Passagen meint Faymann demnach unter anderem, sich gerade über diese - also Marinovic' - Glückwünsche besonders gefreut zu haben. Geschlossen wird der Brief laut Graf mit "in guter Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit". Marinovic dankte schließlich Graf und Vorredner Hilmar Kabas für die "Rettung seines Ansehens".

"Dämon" Wellness vertreiben
Der umstrittene Redner machte sich sogleich daran, das Buch des blauen EU-Spitzenkandidaten Andreas Mölzer mit dem Titel "Europa 2084 - Orwell lässt grüßen" ideologisch zu unterstützen.

In seinem Vortrag mit dem Titel "Arminius befreite 09 Germanien von den Römern - wovon befreien wir uns 2000 Jahre danach?" forderte er die Befreiung von "Fremdbestimmung", "Umerziehung" und Globalisierung. "Massenzuwanderung und Vermischung" lösche das "abendländische Wesen" aus, die "Dämonen" Profit, Wellness und Sex müssten von den Altären vertrieben und durch Werte wie Heimat und Volk ersetzt werden.




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