13. Mai 2009 19:58

Spitzentreffen 

Wird Opel vorübergehend verstaatlicht?

Am Donnerstag kommt es in Deutschland zu einem Spitzentreffen der Politik bezüglich der Zukunft von Opel. Medien haben berichtet, dass eine "vorübergehende Verstaatlichung" geplant sei.

Wird Opel vorübergehend verstaatlicht?
© AP

Bei einem Spitzengespräch der deutschen Bundesregierung soll an diesem Donnerstag über die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel beraten werden. Ein Sprecher der Bundesregierung wies aber am Mittwoch einen Medienbericht zurück, wonach bei dem Treffen eine vorübergehende Verstaatlichung von Opel beschlossen werden solle. Es handle sich nur um Informationsgespräche. "Eine vorübergehende Verstaatlichung von Opel ist dabei nicht im Gespräch", sagte der Sprecher.

Verstaatlichung
Die "Rheinische Post" hatte zuvor gemeldet, der Bund wolle die Opel-Anteile aus der Opel-Mutter General Motors (GM) übernehmen und treuhänderisch verwalten, bis ein Investor für die europäischen GM-Aktivitäten gefunden sei. Dies solle zusammen mit einem Bankenkonsortiums geschehen, an dem auch die staatliche KfW-Bank beteiligt sei, so die Zeitung. An dem Treffen nehmen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere (CDU), Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz (alle SPD) teil.

Keine Konzepte erwartet
GM muss bis Ende Mai in den USA einen erfolgversprechenden Rettungsplan vorlegen. Sonst droht die Insolvenz. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Opel-Interessenten bis dahin tragfähige Konzepte präsentieren. Um im Falle einer GM-Insolvenz handlungsfähig zu bleiben, hatte Guttenberg ein Treuhänder-Modell ins Spiel gebracht. Damit sollen sowohl die Interessen der GM-Gläubiger als auch die von Opel gewahrt werden. Als die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für ein Zusammengehen mit Opel gelten der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der italienische Autobauer Fiat.

Fiat nicht gern gesehen
Deutsche und italienische Gewerkschafter wollen gemeinsam Werksschließungen bei einer möglichen Übernahme von Opel durch Fiat verhindern. "Wir werden Werksschließungen nicht akzeptieren, wenn es zu einem Zusammenschluss kommt", sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nach einem Treffen mit italienischen Gewerkschaftern am Mittwoch in Frankfurt. "Wir fürchten, dass in der Krise brachial Arbeitsplätze zerschlagen werden." Er sprach von bis zu 18.000 gefährdeten Stellen bei Opel und Fiat.




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