12. Juni 2009 11:35

Unabhängigkeit 

Wird Quelle aus Arcandor herausgelöst?

Der insolvente Handelsriese beschert Quelle Österreich ein ordentliches Finanzproblem.

Wird Quelle aus Arcandor herausgelöst?

Die Insolvenz des deutschen Handelsriesen Arcandor setzt der Tochter Quelle in Österreich schwer unter Druck. Das Linzer Versandhaus ist finanziell eng mit der in die Pleite gerutschten deutschen Mutter verflochten. Der Konzern macht zwar in Österreich Gewinne und gilt als liquid. Dennoch ist Feuer am Dach, denn die Lieferanten des Versandhauses stehen laut Medienberichten auf der Bremse. Die Kreditversicherer rechnen nun mit einer Herauslösung von Quelle. Unter anderem soll die deutsche Versandgruppe Otto auf den Mitbewerber spitzen.

Lieferanten sehen kein Geld
Alle drei großen Warenkreditversicherer, Prisma, Atradius und Coface, haben ihre Kreditlinien für Quelle mit der Arcandor-Insolvenz gesperrt. Allein bei Atradius sind davon fast 3.000 Lieferanten betroffen. Sie müssen den strauchelnden Konzern auf eigenes Risiko auf Vorauskasse versorgen, die Folge sind Lieferstopps. Vom Warenstrom abgeschnitten ist auch Quelle Österreich. Die Versandware wird zum überwiegenden Teil aus deutschen Einkaufspools bezogen.

Gemeinschaftsrisiko im Konzern
Arcandor wird mitsamt seinen Töchtern als Gemeinschaftsrisiko gesehen. Der Konzern kann Kapital aus seinen Einzelgesellschaften abziehen. Das Schicksal von Quelle Österreich ist also eng verbunden mit Quelle Deutschland, vor allem in der Logistik und im Einkauf. Österreich hat so lange das Nachsehen, wie es keine Klarheit über die deutsche Mutter gibt. Der deutsche Insolvenzverwalter braucht mindestens eine Woche, um sich einen Überblick über die konzerninternen Abhängigkeiten zu verschaffen.

Als größtes österreichisches Versandhaus setzte die Quelle AG laut Bilanz 2007/08 mit mehr als 900 Mitarbeitern in Österreich rund 215,24 Mio. Euro um und hatte etwa 32,8 Mio. Euro Schulden, davon aber nur 955.000 Euro bei verbundenen Unternehmen. Ein Drittel des Geschäfts wird online abgewickelt, die Hälfte läuft über Katalogbestellungen, 15 Prozent steuern die 175 Quelle-Shops bei.




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